SC Paderborn 07
7 Spiele
4 Siege
kein Unentschieden
3 Niederlagen
11:9 Tore
„Es gibt im Fußball keine vermeidlich Kleinen mehr“ quiekt
es aus den Tiefen des Phrasenschweins. Wohl wahr, auch wenn das sicher für die
Nationalmannschaften noch mehr gilt als für die Vereine. Ein talentierter
gebürtiger Ghanaer wird im Zweifelsfall für Ghana spielen – wer in Paderborn
das Licht der Welt erblickt hat, wird nicht zwingend für seine „Heimatstadt“
auflaufen. Ja, Paderborn...dass ich mich damit nochmals auseinandersetzen muss.
Ich dachte, ich könnte ein wenig lustiges Gegner-Bashing betreiben und mich
dann den Aufstiegsfeierlichkeiten widmen. Jetzt ist das, da wegen des
Redaktionsschlusses noch drei Spieltage anstehen, Makulatur und vielleicht sollte
ich diesen Artikel statt Paderborn lieber der Historie des FC St. Pauli in den
diversen Relegationsspielen widmen, aber dafür reicht weder meine Weisheit noch
meine Voraussicht. Paderborn also, ein vermeidlich Kleiner. Generell werden
Aufsteiger in die 2. Liga auch fast immer gleich als heißeste
Abstiegeskandidaten gehandelt und so ist es ein echtes Novum, dass von den drei
Aufsteigern keiner schlechter als Platz 10 rangiert. Aber gut, es gibt halt
keine Kleinen mehr, insofern kann man dem FC St. Pauli auch keinen Vorwurf
machen, sie hätten ihre Punkte gegen die sogenannten „Großen“ liegengelassen
und Düsseldorf und Union, zwei Aufsteiger, plötzlich dazuzählen, nur weil die
so erfolgreich spielen. Liegengelassen haben wir zwei Punkte bei jenem unsäglichen
0:0 gegen Frankfurt. Und liegen gelassen haben wir Punkte, ob einen oder drei,
im Hinspiel gegen – richtig – den SC Paderborn, eine 1:2 Niederlage, so unnötig
wie ein Kropf. Ich will ja nicht an jene Schneeballschlacht 2006 gegen Werder
Bremen bei ähnlichen Platzverhältnissen erinnern...damals waren wir die
Arbeiter, die die Künstler besiegten. Gegen Paderborn war es genau andersrum;
brotlose Kunst. Was natürlich Hoffnung macht, ist die Tatsache, dass wir am
Millerntor bisher immer gegen die Ostwestfalen (ich liebe dieses Wortkonstrukt,
schließlich komme ich aus Südnordfriesland) bislang in drei Partien immer als
Sieger vom Platz gegangen waren. Vom letzten Sieg 2007 können noch eine ganze
Menge Spieler Kunde tun – von den „Damaligen“ werden wohl Rothenbach, Boll,
Takyi und Bruns dieses Mal in der Startelf stehen. Beim SC, der nach der Saison
2008 abstieg, sind heute mit Krösche und Halfar überhaupt nur noch zwei Spieler von damals im Kader. Die Herren
Löbe und Koen sind es zum Glück nicht mehr, denn sie könnten den anderen von
einer echten Gruselveranstaltung erzählen.
Ich glaube, der 30.03.2008 ist auch ein Tag, den Paddy
Borger nicht in bester Erinnerung haben dürfte. Wenn ich die Top-10 der
beschissensten je von mir besuchten Spiele des FC St. Pauli wählen müsste: da
steht auf Platz 1 das 0:6 beim VfB Lübeck im August 2002, GAAANZ knapp gefolgt
vom 1:5 beim TSV 08/15 München letzte Saison. Aber auf sicher folgt den beiden
mit nicht mal weitem Abstand jener 30.03.2008, jenes vollkommen irrationale und
unsinnige 1:4 gegen den SCP, ein Spiel, das mir auf ewig auch durch die
Umstände in Erinnerung bleiben wird mit seinem grenzenlos überzogenen
Polizeieinsatz und den anderen sehr grenzwertigen Erfahrungen. Insofern, auch
wenn der Ostwestfale ansich ein netter Mensch sein mag, seine Chance, ein guter
Gastgeber zu sein, hatte er an diesem Tag verwirkt. Nun bietet sich am heutigen
Tag den Paderbornern die Chance, wenigstens ein guter Gast zu sein, reichlich
Geschenke zu verteilen und dann dürfen sie auch gerne mitfeiern, wenn wir uns
hoffentlich aus der 2. Bundesliga verabschieden. Die Geschichte der Aufstiege
des FC, die Geschichten aus der Relegation oder die Geschichte des tragischen
Scheiterns, die behalte ich mir jetzt notgedrungen für die 100 vor. //greetzb.
|
bei St. Pauli
|
bei Paderborn
|
Marc Gouiffe à Goufan
|
seit
07.08
|
07.05
– 06.08
|
David
Hoilett
|
07.08
– 07.09
|
11.07
– 06.08
|
Ferdi
Günter
|
01.09
– 06.09
|
07.08
– 12.08
|
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen