Samstag, 28. Oktober 2023

ÜB IMMER TREU UND REDLICHKEIT

 2. BL:
FCSTP vs KSC 2:1   
 


ich war ja die ganze rückfahrt am überlegen, wie ich das hier denn jetzt nennen soll...
wenn jemand jetzt auf das foto da rechts schaut - mein erster impuls war DER ZAUNKÖNIG, was dem einen oder der anderen wahrscheinlich wieder etwas kryptisch vorkommen dürfte und sich denkt: 
"mylord, ich verstehe wieder nur badische dörfer"...
also gut - hab ichs gelassen und mich dann für einen - wer das spiel gesehen hat - eher naheliegenden titel entschieden...aber keine bange, ich erklärs denn nachher noch, was es denn mit dem possierlichen piepfi auf sich hat. 
so...spielpause von vier partien, weil abendspiele und in der zwischenzeit musste ich mir ja massivstens die augen bzw die ohren reiben (weil ich ja drei der vier spiele nur im radio gehört hatte) - nach dem holperstart der geplatzte knoten gegen kiel und danach eine doch beeindruckende konstanz und vor allem dominanz im spiel in den drei partien danach - auch wenn schalke und hertha ja momentan oder mittlerweile nur noch schatten ihrer selbst sind, haben sie ja immer noch beeindruckende namen für den hinterkopf, die wir denn mal eben souverän weggefiedelt haben, dem dann eine noch beeindruckendere vorstellung gegen den glubb folgte...wieder fünf tore innem heimspiel. 
und souveräner tabellenführer seit vier spieltagen...wer hätte das gedacht.
fast schon beunruhigend - und was noch beunruhigender ist, ist die tatsache, daß der JOHANNES, der vielbeschriehene fehlkeinkauf und chancentod plötzlich mit erstaunlicher kontinuität netzt und netzt, so daß herr albers mittlerweile, da wir ja noch den millionen-simon in der hinterhand haben, nicht mal mehr im kader ist (stellt sich die frage, warum wir den denn geholt haben - sollte DAS vielleicht das nächste groschengrab in herrn bornemanns sein?) 
was ja aber erstmal egal ist - is ja völlig pumpe, wer die buden macht, solange es denn jemanden gibt, der sie macht!
sö...wenigstens für den kleinen meckerbolzen wie mich letzte woche ein kleiner rückschlag - nicht, daß wir etwa verloren hätten oder daß dem johannes ihm seine serie etwa gerissen wäre...nö, wir haben wieder mal "NUR" unentschieden gespielt.
das besondere daran...zum ersten mal sind wir in rückstand gegangen, wenn auch durch einen glücks- und sonntagsschuss und zum zweiten war die art auffällig, WIE wir fußball gespielt haben, nämlich größtenteils GAR NICHT. 
da war über weite strecken jedes kickermännchen an der stange explosiver und dynamischer als das, was die BIB da auf den rasen gestolpert hatten.
scheints - trotz des obligaten tests gegen werder bremen - wir hätten in der länderspielpause ein wenig den flow verloren.
oder die jungs haben zu viel zeitung gelesen über die eigenen hervorragenden leistungen der letzten wochen und dann das nachdenken angefangen (was man ja bekanntermaßen den pferden überlassen soll, die ja den größeren kopf haben)...
hoho, ruhig brauner...10 spieltage, da kann man ruhig mal tabellenführer sein, is ne momentaufnahme und erst, wenn die fette dame aufhört zu singen, ist der braten gegessen und dann erst wird aufgestiegen oder dageblieben.
also bitte, wer sich jetzt schon in phantasien ergehen will. 
aber ja - sie haben das paderborn-spiel gedreht mit einer echten scheiß-leistung, aber dann kam der fußballgott doch noch rechtzeitig runter von der schüssel und hat den paddelbordern den verdienten punkt geschenkt (wobei der FABI ja nach der partie meinte, wennde denn schon ein spiel drehst, dann mussde das ding ansich auch nach hause schaukeln, worin ich vollkommen zustimmen würde) 
wäre auch zu viel des guten gewesen, wenn wir selbst solche kackspiele gewinnen würden - DAS blieb dann diesem sonnabend vorhanden. 
denn, um das vorwegzunehmen - verdient war der sieg heute keinstenfalls - auch da hätte man fairerweise sagen müssen, war das eine gefühlte punkteteilung. 
aber fangen wir von vorne an...WARUM wünschen einem menschen eigentlich immer viel spaß, wenn man zum fußball geht...
wer spaß an seinem leben haben will, soll sich einen hund oder einen garten anschaffen - keine kinder und NICHT zum fußball gehen
wenn ich zum FCSTP gehen, will ich gar keinen spaß und hab auch selten welchen - ja gut, ein schönes spiel wünschen geht ja noch hin, aber selbst das ist doch zweitrangig...wenn ich ein schönes spiel sehen will, gehe ich zu irgendwelchen amateurpartien, da will ich viele tore für mein geld und ein heiteres rasengerangel, beim FCSTP zählt doch letztendlich nur das resultat, oder? 
was bringen mich zuckerpässe, übersteigen, wenn am ende die null auf unserer seite steht...okay, gut - ein wenig spektakel darfs denn schon sein, aber letztendlich gilt das alte kanzlerwort (helmut k. aus o.) "wichtig is, was hinten raus kommt" .
zumal ich für heute weder spaß noch ein schönes spiel erwartet hatte - hatte ich doch schon vor der saison gesagt, daß das wahrscheinlich viele schwierige heimspiele werden, sollte die gegnerschaft kein interesse an schönem fußball haben...und bei der tabellenkonstellation 13ter gegen spitzenreiter war selbiges auch nicht zu befürchten.
stellte sich mir als erstes mal die frage, warum denn der FABIAN unbedingt sein winning team changen musste - was man ja bekanntermassen nicht tun soll - und ich rede jetzt nicht von paddelborn (was ja auch kein winning team war), sondern vom GLUBB - aber der coach hatte wohl den herrn SAAD als schwachstelle in der offensive von letzter woche ausgemacht und ihn durch herrn METTKALF ersetzt, so daß der dapo nach links musste, was ja ansich so gar nicht seins ist.
ich hab ja, da ich mir diese saison weder n kicker- oder bild-sonderheft gekauft hatte, gar nicht auf der pfanne, daß sich bei kaasruh der herr STINDL sein gnadenbrot verdient, was logisch ist, da er aus der dortigen jugend kommt (warum verorte ich den immer zu 1860, wo er nie gespielt hatte?) - ein echter (gewester) nationalspieler am millerntor, welch ein glanz in der hütte! 
ich such mir ja normalerweise immer vor beginn einen besonderen unsympathen bei der gegnerischen mannschaft heraus, an dem ich mich (im übertragenden sinne) reiben kann...diesmal hatte ich keinen, dazu waren die jungs allesamt zu belanglos und auch im verlauf des spieles sollte sich keine doofnase herauskristallisieren.
so wie der ganze verein...LAAANGWEILIG, mit einer hümmne von ausgewählter scheußligkeit (die sich allerdings nahtlos in das musikprogramm des heutigen tages einfügte - sangria-pop meets heulsusen-soul), von der ich den verdacht habe, daß sie selbst den eigenen ultras irgendwie peinlich ist. 
und ein zaghaftes SCHEISSANKTPAULI zu anfang...das macht man halt so, wenn man als ultra-ultra am millerntor zu gast ist, selbst das war eher halbherzig dahingesungen und denn haben sies auch gelassen. 
keine pyro dabei, keine agressivität - eher ein monotones dauergemurmel, das klang wie walfischgesänge nach dem stimmbruch - wennja wenn da nicht der zaunkönig gewesen wäre...ich hatte immer wieder zeit, ihn zu beobachten bei seinem putzigen balzverhalten, weil das spiel doch über weite strecken so gar nichts hergab - liest man den kicker-liveticker, könnte man meinen, daß das eine muntere partie gewesen sei.
war es nicht...scheinbar konnte man denken, daß der FABI mit dem dapo auf links alles richtig gemacht hatte, denn der machte mächtig betrieb; im lande der blinden ist der einbeinige bekanntermaßen könig, auch wenn seine torschüsse und flanken irgendwo zwischen halbgar und harmlos schwankten, aber er bewegte sich wenigstens, was man nicht von allen behaupten konnte. 
kaasruh spielte das, was ich erwartet hatte - safety first und wenn möglich nadelstiche setzen und die meiste zeit hatten die BIB nicht so die richtige idee, wie dem badensischen riegel beizukommen sei.
massenhaft ballgeschiebe am eigenen sechzehner und auch mal - wie schon paddelborn der eine oder andere, der dann den fuß auf den ball stellte...um das spiel zu beruhigen(???), naja, noch viel mehr ruhe wäre dann schon tiefschlaf gewesen - es plätscherte. 
eine ungesunde mischung aus einigen halbchancen, teilweise entsetzlichen fehlpässen und ganz viel standfußball - einfallslos, drei lose ein euro und mit der behäbigkeit machte mans kaasruu relativ einfach.
und wies denn immer so is - wennde vorn die dinger nicht machst, kriegste sie hinten und wenns denn auch quasi aus dem nix is - für einen moment ließ der herr STINDL mal kurz aufblitzen, warum er gewester adlerträger is - auf einmal gehts ganz fix und ausgerechnet herr MATANOVIC darf dann humorlos einnetzen.
um sich dann mit einer fast schon flehenden geste bei der nord zu entschuldigen... JA DENN LASS ES DOCH! - schieß die murmel in die wolken und nicht ins tor, wenn es dir leid tut, gegen deine alte liebe zu treffen.
da is mir denn zunge rausstrecken und erhobener mittelfinger lieber - ihr habt mich aussortiert, denn ein fröhliches F...YOU für euch...
aber gut, jeder so wie er es mag - man kanns ja bedauern, aber es ist nun mal ein söldner-geschäft - da kannst noch so gern in pauli-bettwäsche schlafen, wes brot ich ess, dem tor ich treff - da mag man die geste vom igor sympathisch finden, ich find sie unsinnig.
kurz vor der pause liegt als plötzlich der unterhund in front - vollkommen unverdient dem spielverlauf nach...und jetzt kömmt er, aus dem block des ksc, ein spätpubertäres elefantenküken im semi-rasierfähigen alter im grauen sweater, der etwas knapp um das chipsletten-hüftgold sitzt, erklimmt den zaun des gästeblocks und winkt mit ganz dicken eiern den unsrigen auf der nord zu. 
also, er winkt natürlich mit den armen (alles andere wäre wohl auch komisch gewesen) und läßt da oben aufm zaun den ganz harten raushängen - auch das natürlich nur symbolisch...da schwillt die brust über der plauze, stolz wie oskar, als hätte er das tor ganz alleine geschossen.
und da steht er denn den rest des spiels, macht immer wieder provozierende gesten zu den unsrigen wie ein echt großer böser junge (wie gesagt, ich hatte zwischendurch immer wieder zeit, ihn zu beobachten)...wahrscheinlich wohl wissend, daß da noch eine lücke zwischen ihm und den braun-weißen anhängern war und einige ordner dazwischen standen.
was für ein komplett blödsinniges poserverhalten!
allein schon wegen diesem albernen heinzel hätte ich mir gewünscht, daß wir die badenser punktelos nach hause schicken...was aber zunächst mal gar nicht so aussah - zwar korrigierte der FABI sein experiment auf links und schickte herrn SAAD auf die angestammte linke seite, aber es blieb beim alten.
diverse diffuse halbchancen und ganz viel einfallsloses ballgeschiebe - nunja, so ganz korrigiert hatte der coach seine aufstellung doch nicht, denn er hatte für den elias den DAPO runtergenommen und herrn mettkalb draufgelassen, was ich nicht so ganz nachvollziehen konnte...saad rein ja, aber der dapo war doch einer der aktivposten gewesen, jedenfalls mehr als der connor.
mag aber vielleicht auch daran liegen, daß die rechte abwehrseite des ksc die eher schwache war oder die linke die stärkere, was vorher der dapo, macht nun der elias - betrieb, soweit man davon sprechen kann. 
und so langsam geht uns denn auch die zeit aus, auch wenn der druck so langsam zunimmt - auch dem geschuldet, daß der FABI nun so ziemlich alles aufs feld bringt, was irgendwie den ruf hat, eine offensivkraft zu sein, herr sinani und natürlich der SIMON...wobei ich so richtig nicht erkennen konnte, wie sich das denn eigentlich sortieren sollte - zwei aussenstürmer zusätzlich, die sich meistens im halbfeld gegenseitig auf den füßen stehen. 
so ists denn auch nicht wirklich eine zielgerichtete aktion, die plötzlich und unerwartet zum ausgleich führt - es ist quasi der einzig wache moment vom METTKALB und natürlich das goldene füsschen von bruder johannes, der halt auch kein typischer mittelstürmer ist, aber ein goldenes auge und einen typischen knipser-instinkt zu besitzen scheint, daß er quasi aus dem nix ein tor macht. 
kann man drüber streiten, ob das jetzt verdient war - wahrscheinlich ja, weil der ksc doch die zweite halbzeit ansich fast gar nichts zum spiel beigetragen hat...na gut, warum auch, sie lagen ja schließlich bis 10 minuten vor schluss vorne, aber nicht nur das phrasenschwein weiß ja, daß sich solcherlei passivität meistens rächt. 
keine ahnung, warum der FCSTP quasi 80 minuten lang gewartet hat, bevor sie  angefangen haben, mal so richtig fußball zu spielen...aber gut; the winner takes it all und hat bekanntermaßen immer recht.
und der fabi kann auch noch für sich buchen, alles richtig gemacht zu haben - was dem johannes sein füsschen und näschen, ist dem coach sein öhrchen - kurz vor schluss erhört er mein flehen und nimmt den connor raus - und sein händchen, indem er den herrn TREU einwechselt.
was zunächst in der hysterie auf den rängen untergeht, denn da hatte der ball schon wieder zum vermeindlichen siegtreffer im netzt gezappelt und noch dazu ein törchen vom heiligen fischer...aber nee, der petrus war nicht der schlüssel zum sieg.
und da muss man auch gar nicht brüllen und den gegnerischen torwart als schauspieler verunglimpfen, denn bein voraus in den gegenspieler rauschen ist nun mal foul, auch wenn man zoller heißt und das kann denn auch schon mal wehtun.
und ansich wäre ein siegtreffer auch des guten zu viel gewesen - aber, diesmal war der fußballgott wohl wirklich auf der schüssel geblieben, dachte wohl wie die meisten im stadion, "das wars dann wohl". 
aber wenn die mannschaft diese saison echt auszeichnet gegenüber den teams früherer jahre - wir haben eine menge spieler, die einen unglaublichen huf haben und auch die cochones, diesen in den entscheidenden momenten auch mal auszupacken UND dazu denn auch noch das glück des...tüchtigen? 
naja, glück halt - so wie der herr treu den ball an der strafraumkante annimmt und abzieht...einem MMD, waldi oder buchti wäre das syntaktische plastik wahrscheinlich in die wolken gerauscht - heut geht sowas, egal wer von uns sowas abfeuert, halt in die maschen.
natürlich ist das nicht gerecht, nicht vollkommen unverdient, aber eben auch nicht wirklich verdient - wäre es beim 1:1 geblieben, hätten alle gesagt, ja, dem spielverlauf nach müssen wir mit dem punkt zufrieden sein, weil wir kein mittel gefunden haben, den badensischen rüttli-riegel zu knacken. 
aber ich will ja auch keine gerechtigkeit, wenn ich zum fußball gehe...ich will genau jenen moment: während alles auf den rängen (sofern nicht blau weiß gekleidet) in extase gerät und alles in braun auf dem feld eine jubeltaube um herrn treu bildet, lasse ich meinen blick zu dem kleinen zaunkönig wandern, der gerade mit rührei in den seilen hängt und dessen pubertierendes pseudomacho-gehabe grad mal komplett in sich zusammen gefallen ist und er ist jetzt nur noch ein kleiner  trauriger pummeliger teenager.
ein kleines leises zufriedenes YES entweicht meinen lippen und wenn ich nicht so ein netter empathischer mensch wäre, hätte ich einen kleinen mittelfinger-gruß in seine richtung geschickt, aber das wäre ja genauso blöde gewesen wie das tanzgehabe meines speziellen freundes die ganze zeit zuvor.
ich erinnere mich an all die beschissenen langen heimfahrten von auswärtsfahrten nach dämlichen niederlagen und weiß, daß ihm das jetzt auch bevorsteht.
so muß denn ein kleines YES und ein "not in my house, digga" reichen.
und nein, den anderen kleinen gedanken "wer solche beschissenen spiele gewinnt, der kann am ende nur...",der ganz kurz aufkommen wollte, den lasse ich ganz schnell wieder in der höhle verschwinden und verabschiede mich erstmal wieder.
ich zucke zwar schon leise - ich könnte ja, aber nein...die vernunft hat mich im letzten jahr dahin gebracht, wo ich jetzt bin und der gefährlichste feind der vernunft ist (im persönlichen wie auch beim fussball) die übergroße euphorie und die unsinnige überschätzung des eigenen selbst - und wenn ich gesagt habe, ich mache dieses jahr noch keine abendspiele am millerntor, dann mach ich das auch nicht...zumal die nächsten drei heimspielgegner ja auch keine spaßkunden sind. 
wieder schalke im pokal, und nach zweimal HSV, einmal rothemden und dann rothosen, da humpel ich lieber nicht im halbdunkel übers heiligengeistfeld.
und denn gucken wir mal, ob ich dieses jahr noch ein date mit dem millerntor kriege und wo die mannschaft denn nach dieser serie steht. 
 





Samstag, 23. September 2023

DER FISCH

ein kleines resümee 
seit nunmehr fast einem jahr bin ich auf einer reise 
auf einer langen reise durch diverse therapeutische einrichtungen und auch auf einer reise in mein inneres, in meinen kopf...
um meinem problem auf den grund zu kommen - oder präziser formuliert, meinen problemen...
mehrzahl! 
als ich angefangen habe, war mein erster schritt wie bei allen alkoholkranken menschen die entgiftung - das angehen der körperlichen symptome. 
und man hat mir schnell klar gemacht, daß ich an einer chronischen krankheit leide, die niemals ganz weggehen wird.
nun gut, das gilt es zu akzeptieren, was mir sagt, daß ich mit dieser krankheit nun leben und umgehen muss....gegen meine derangierten knie kann ich training betreiben, medikamente nehmen und mich angemessener ernähren.
in all den therapien bringen sie dir bei, welche "medikamente" du gegen deine alkoholsucht nehmen kannst - natürlich gibt es all diese kleinen werkzeuge, die sogenannten skills, was ich aber immer schon ein wenig albern fand.
was soll ich mit chilischoten in der jacke rumlaufen, die ich immer dann herausholen und futtern soll, wenn der kleine suchtdruck kommt. 
irgendwann im laufe meiner reise bin ich dann an therapeuten geraten, die mal tiefer in meinem kopf geschaut haben und versucht haben, den brei darin wieder flüssig zu bekommen, um der frage auf den grund zu gehen, warum ich angefangen habe zu trinken...oder nein - viele menschen trinken alkohol und die meisten davon kommen damit mehr oder weniger gut zurecht, so wie ich ja auch relativ lang (wenn auch schon sehr lange in kritischem maße) 
also präziser formuliert: wann und warum habe ich angefangen, mißbräuchlich zu tinken - was waren die ursachen, was wollte ich mit dem alkohol ertränken? 
gibt ja diese wunderbare plattitüde: "ich wollte meine probleme ertränken, aber ich habe festgestellt, daß die dinger schwimmen können"...wie fische.  
der fisch...
stinkt bekanntermaßen vom kopf - die nächste plattitüde, das macht jetzt schon nen zehner ins phrasenschwein...aber hier steckt doch ein quantum wahrheit drin. 
müßig, darüber zu sinnieren, ob zuerst das ei oder die henne da war, also zuerst die depressiven verstimmungen oder der drang, sie mit alkohol zu bekämpfen - ich denke, die zwei dinge bedingen einander.
mit dem feinen unterschied, daß alkoholismus auch körperliche abhängigkeit schafft - in der endphase meiner krankheit war mir schon vollkommen klar, daß der alkohol nicht zur problemlösung beitragen konnte, da war es zum schluß nur noch der zwang, sich zuschütten zu müssen, um die körperlichen beschwerden zu lindern.
das körperliche habe ich mehr oder weniger erledigt, aber ich weiß, daß das teufelchen stets auf meiner schulter sitzen wird und es wird der moment kommen, da wird es anfangen zu flüstern.
meine aufgabe für den rest meiner zeit wird es also sein, es am flüstern zu hindern, womit wir zu noch einer plattitüde kommen, dem schlagwort von der "zufriedenen abstinenz" - "ich will nicht mit der faust in der tasche herumlaufen, um nicht an alkohol denken zu müssen" 
NEIN, ich denke da mittlerweile anders, nämlich, daß ich mich nicht mit dem problem beschäftigen will, sondern an die lösung denken möchte. 
wenn ich mit meiner zufriedenheit beschäftige, dann lande ich ganz automatisch bei der abstinenz, darum kreisen meine gedanken und dazu lese ich viel.
neulich fragte mich eine therapeutin, welche bücher zum thema sucht ich denn als belesener mensch ich denn schon gelesen hätte und sie war erstaunt, als ich "KEINES" sagte - ich beschäftige mich nicht mit dem thema SUCHT, sondern ich beschäftige mich mit dem thema zufriedenheit und gelassenheit.
das ist mein ziel - und wer immer den satz gesagt hatte "der weg ist das ziel" der redet für mich mit verlaub blödsinn, denn wer zu viel über den weg nachdenkt, vergißt vielleicht das ziel darüber. 
ich hingegen bin inzwischen jederzeit bereit, meinen weg jederzeit zu verlassen, wenn er sich nicht als hilfreich erweisen sollte....sich zu verrennen, schafft frustation - am ende einer sackgasse zu versuchen, die mauer einzureißen, um weiterzukommen, ist energieverschwendung, sinniger ist, vorher umzudrehen und nach einem neuen weg zu suchen, um an der mauer vorbeizukommen.
was mich dazu bringt, mich mit allem möglichen zu beschäftigen, sei es philosophie, religionen oder psychoanalyse und alles letztendlich darauf zu fokussieren, was ich für richtig halte und was mir gut tut.
hört sich jetzt schrecklich egoistisch an, oder? 
ja, isses natürlich, aber ich würde es gesunden oder gesundenden egoismus nennen wollen - ich hatte neulich an einem wundervollen nachmittag einen wundervollen satz von einem wundervollen menschen:
"du bist anders" 
das betrachte ich als kompliment - viel zu lange habe ich versucht, mich anzupassen und zu funktionieren und einer norm zu entsprechen...aber ist doch nicht wichtig, gemocht oder geliebt zu werden - viel wichtiger ist es doch, zu lieben und zu mögen...und zwar in erster linie sich selbst.
denn ich kann nur, denke ich, liebenswert sein, wenn ich mich selbst liebe, nicht in einem narzistischen sinne - nächste phrase: "ich bin so wie ich bin und das ist gut so" - selbstakzeptanz als teil der selbstheilung. 
es gibt keine norm und es gibt auch kein krank oder gesund, außer in einem systemischen denken und viele probleme verschwinden, wenn ich mich aus dem systemischen denken löse...wenn ich mich auf meine heilung konzentriere und nicht versuche, im sinne des systems "gesund" zu werden.
das habe ich inzwischen begriffen, dabei haben mir großartige menschen geholfen und meine letzte großartige entscheidung war es, das praktikum bei der tafel in norderstedt zu absolvieren.
ich werde nie wieder für ein unternehmen oder eine institution arbeiten, dessen oberstes ziel es ist, gewinne zu maximieren.
ich habe mich stets in meiner al-bundy-karriere als dienstleister gesehen, ohne zu begreifen, daß mein begriff davon vollkommen fehl am platz war - die meisten kunden haben dienstleister mit diener verwechselt und die meisten chefs haben zwar beratung gepredigt, aber verkaufen gemeint.
alle unternehmen haben individualität gelobt, aber keines hätte mich mit nasenring eingestellt (was sie wohl auch in zukunft nicht tun werden - einer der gründe, weswegen ich - wieder - einen habe).
meine älteren damen bei der tafel hat das nie interessiert.
6000 eier in zehnerkartons zu portionieren ist jetzt nicht die spannendste tätigkeit, hat aber in ihrer stupidität etwas zen-buddhistisches (meine damen fragen sich immer, warum ich das freiwillig mache) und am ende siehst du zwei ergebnisse.
erstens ist die palette mit eiern leer und zwei stunden später drückst du einem menschen einen zehnerkarton eier in die hand, den die person sich im normalfall sonst wahrscheinlich nicht leisten könnte. 
deswegen helfe ich auch weiterhin bei der tafel, auch wenn ich es nicht mehr muss und werde das auch weiterhin tun, wenn meine reise zu ende ist - meine offizielle reise durch die therapeutischen einrichtungen, denn ich werde am 17. oktober in meine alte wohnung zurück kehren.
was ich ja lange abgelehnt hatte, wovor ich regelrecht panik hatte - ist diese wohnung doch untrennbar mit dem thema alkohol (und dem thema depression verbunden) - ich hatte ja ansich vorgehabt, in eine weitere therapeutische einrichtung zu gehen, aber ich bin müde und merke, daß mich das nicht mehr weiterbringen würde. 
ich denke, alles was therapeuten mir sagen konnten, haben sie mir gesagt und wahrheiten werden durch wiederholung nicht wahrer...und alle therapeuten sagten ja immer, daß sie mir helfen wollen, meinen werkzeugkoffer zu packen, den ich brauche, um meine dämonen im zaume zu halten. 
besiegen werde ich sie nicht, ein schlafliedchen kann ich ihnen singen, daß sie sich zur ruhe begeben und das muß ich irgendwann auch selber tun können müssen. 
eine weitere therapeutische einrichtung hieße für mich, vor dem leben zu kapitulieren und das hatte ich nun schon letztes jahr. 
daß ich das alles nicht alleine schaffen werde, weiß ich selber - die erkenntnis, auf hilfe angewiesen zu sein, ist hart und schwierig, denn wie gesagt, die norm ist gesund und funktionierend...schwierig ist, hilfe, die angeboten wird, anzunehmen, noch schwieriger ist es, um hilfe zu bitten.
auch das ist ja gesellschaftlicher konsens - man fällt niemandem zur last!!
und natürlich hat man keine schwächen...oder zeigt sie zumindest nicht. 
auch das gehört zu einem langen lernprozess, das nicht mehr zu akzeptieren.
ein prozess, der lange noch nicht abgeschlossen ist, auch wenn meine reise durch die therapeutischen einrichtungen sich nun ihrem ende nähert...meine reise in ein anderes neues leben hat vielleicht gerade erst angefangen...
als ich am 26.10.22 in die entgiftung gegangen bin, da hatte ich ganz schnell wieder "gesund" werden wollen, aber ganz schnell begriffen, daß das kein sprint wird, sondern ein ultramarathon und hatte dann für mich angenommen, daß ich das ganze jahr 2023 für meine gesundung nutzen wollte. 
auch wenn ich jetzt "nach hause" gehen werde, habe ich dieses ziel nicht aus den augen verloren, sondern ändere nur den weg - und, ich bin mir sicher, spätestens am 31.12.23 werde ich ein neues ziel ausrufen, nämlich auch 2024 mit dem heilungsprozess weiterzumachen...den fisch am schwimmen zu halten, ohne daß er wieder zu stinken anfängt - und wenn es sein muß, dann auch wie lachse zum laichen flussaufwärts und gegen den strom. 
schlußendlich ist es aber schon an der zeit, ein kleines fazit zu ziehen...ich finde, ich kann auf das, was ich erreicht habe, verdammt stolz sein, wenn ich mich mit dem bernd von vor einem jahr vergleiche, körperlich und geistig - der bernd vor einem jahr hätte vor allem aufgezählt, was er alles NOCH NICHT geschafft hatte...
und anders als der bernd von vor einem jahr blicke ich nicht auf einen weg zurück, den ich als beendet betrachtet hatte, sondern schaue auf einen weg, der vor mir liegt, mit dem gefühl, daß ich lange noch nicht fertig bin...da liegen noch ganz viele dinge vor mir, mit denen ich mein leben bereichern kann und vielleicht nicht nur meines, sondern auch das von anderen menschen.
und ich freu mich drauf. 


ROLLING HOME

ROLLING HOME - MIT DEM TURBO DURCH HAMBURG


“Definieren sie Generationenkonflikt…
wenn sich zwei Kinderwagen und zwei Rollatoren 

um drei Plätze im Bus streiten”


Kleiner Scherz…ist noch nicht so lange her, da fand ich das noch witzig,

das hat sich quasi über Nacht geändert - und das liegt nicht daran,

daß ich etwa als frischgebackener Vater mit dem Kinderwagen

unterwegs bin. 

Ich gebe zu, was ich inzwischen mache, ist Jammern auf ganz hohem

Niveau, weil ich ansich schon wieder relativ beweglich bin, aber vor

knapp einem Jahr war ich noch ganz anders unterwegs. 

Im Juni bin ich ins Krankenhaus gekommen; Psoriasis Arthritis -

Schuppenflechte, die eine Autoimmunreaktion ausgelöst hat, so daß

mein Immunsystem angefangen hat, die Knorpel in meinen

Kniegelenken aufzufressen, dazu vom Alkoholkonsum noch

Polyneuropathie, eine Nervenkrankheit, die die Beine zittrig,

den Gang unsicher macht. 

Im Krankenhaus haben sie mich von Station zu Station geschoben, um

die Ursache für die Infektion herauszufinden, was nicht gelungen ist,

so daß man mich mit reichlich Schmerztabletten und Krücken nach

Hause geschickt hatte. 

Mit der Konsequenz, daß ich wegen der Schmerzen (und wie soll man

mit “Unterarmgehstützen” Treppen herunter klettern?) quasi bis

September meine Wohnung nicht mehr verlassen hatte. 

Inzwischen - erstaunlich, wie schnell das geht - war meine Bein-

muskulatur auf nur noch 60 % geschrumpft und meine Sehnen in der

Wade hatten sich verkürzt - Aufrecht gehen schwer gemacht. 

September zweiter Krankenhausaufenthalt, da war dann Gehen
quasi nicht mehr möglich; ich war auf einen Rollstuhl angewiesen.
Nun hatte ich leider grad keinen zur Hand - das Krankenhaus zuerst

auch nicht…wenn ich vor die Tür wollte, eine rauchen, dann bin ich
auf einem Toilettenstuhl nach unten gerollt.
Ziemlich entwürdigend. 

Nach 10 Tagen hatten sie dann endlich einen alten im Keller aufgetrieben. 

Ist jemandem schon mal aufgefallen, daß viele Wege gewölbt sind? 

Von der Mitte zu den Seiten hin abfallend - macht Sinn, daß Regenwasser

besser abfließen kann, für Rollifahrer die Hölle, weil der Stuhl andauernd

zur Seite rollen will und man andauernd gegensteuern muß. 

Next Exit Entgiftung Alsterdorf…schön, daß viele therapeutische

Anwendungen in anderen Gebäuden stattfinden, bei den sieben Zwergen,

hinter den sieben Bergen…hätten mich nicht freundliche Mitpatienten

gehabt, die mich geschoben haben, hätt ich das nicht gepackt, an

manchen Sachen teilzunehmen. 

Bald war ich durch geduldiges Training so weit, daß ich schon kurze

Strecken mit Rollator geschafft habe - DAS! (Prognose der Ärzte)

wird deine Fortbewegungshilfe für längere Zeit sein.
Nun gibt es bei Rollatoren ja auch die verschiedensten Ausführungen. 

Die Variante, die mich begleitet hatte, war logischerweise das Modell

“Kasse”, 12 kg schwer, nicht faltbar…kurz mal nachgedacht, wie das

denn in Zukunft aussehen soll:

In meine Wohnung im zweiten Stock mitnehmen…grober Unfug…i

m Flur stehen lassen und mit zwei dort abgestellten Kinderwagen

konkurrieren, wird auch nicht funktionieren, kommt denn gar keiner

mehr durch. 

Also, einen faltbaren und leichteren - das bezuschussen die

Krankenkassen mit immerhin 50 €; zur Einordnung, dafür bekommt

man ungefähr die vier Räder einer vernünftigen Ausführung. 

Mit meinem neuen Spaßmobil Modell TURBO begann ich also ab

September letzten Jahres die Welt zu errollen.

Wie gesagt, was ich mache, ist jammern auf hohem Niveau, aber ich

versuche mir in manchen Situationen halt vorzustellen, ich wäre ein

Omchen oder ein Rollifahrer.

Ich könnte jetzt mit der Qualität der Bürgersteige anfangen, so denn

überhaupt vorhanden - in Jenfeld z.B. sind vielfach links und rechts der

Straßen Kieswege für Fußganger. 

Besonders nach einem gesunden Landregen konnte ich feststellen,

daß mein Turbo nicht geländegängig ist… und auch nicht schwimmfähig. 

Aber auch ansonsten ist das, was unsere Stadt Fußgängern in manchen

Gegenden zumutet, eine ziemliche Frechheit, was die “Plattentektonik”

anbelangt.

Reden wir auch davon, Straßen zu überqueren - wofür man erstmal

eine Auffahrt oder eine abgesenkte Stelle finden muß und die muß

natürlich auch noch nicht zugeparkt sein. 

Nunja, als Stadtplaner viele Straßen in Wohngegenden angelegt hatten,

da hatte vielleicht jeder zwanzigste

Bewohner n Auto und da waren auch

noch viele Käfer dabei und nicht wie

heute, wo zur schicken Altbauwohnung

oder dem schnieken Eigenheim auch

noch ein geländetaugliches

Panzerfahrzeug gehört, das längs

geparkt die Abgänge verstopft oder

quer den ohnehin schon schmalen

miserablen Fußweg um die Hälfte

in der Breite schmälert. 

Wie nahe darf man an einer Kreuzung

parken?
Es gibt Ecken in Hamburg, die

sind für Rollifahrer quasi unbewohnbar,

weil es nahezu unmöglich ist, vernünftig von a nach b zu kommen und

jede Form von Straßen- oder Rohrbauarbeiten erschwert das Leben

in den anderen Gegenden noch zusätzlich.

Okay, machen wir weiter…mein größtes Problem ist, wegen meiner

verkürzten Muskulatur noch immer das Treppensteigen; die wenigsten

Busfahrer senken an der Haltestelle ihren Bus ab, daß man als Rollatori

da vernünftig hineinkommt und ist man erstmal drinne, geht es weiter

mit den Problemen.

Der Rollatoren-Kinderwagen-Raum in der Mitte nebst der Notbank

erfreut sich generell allergrößter Beliebtheit bei Jugendlichen, die zumeist

erstmal mit vollkommen unverständigen Blicken reagieren, wenn man

in sein Eckchen rollen will. 

So ganz nebenbei frage ich auch, warum Menschen ihr Fahrrad (so es

keinen Platten hat) im Bus transportieren…um dann im Büro mit

ihrem Umweltbewußtsein angeben zu können?

Ach ja, wenn man im vorderen Teil eines Gelenkbusses einsteigt und da

ist es voll und man will nach hinten durchgehen - der Gang über den Achsen

ist zu schmal, kommt man mit einem unfaltbaren Rollator nicht durch, ebenso

wenig wie man in der U-Bahn einen Platz erreichen kann, der nicht direkt an

der Tür ist. 

Über das Thema Barrierefreiheit und HVV will ich nur wenig schreiben,

sonst komme ich noch in Rage - okay, es ist schon viel besser geworden,

was die Versorgung mit Fahrstühlen anbelangt. 

Setzt natürlich voraus, daß die Dinger funktionieren, denn gerade an der U1

gibt es keine Alternative, weil es an vielen Haltestellen - wenn der Fahrstuhl

mal nicht funktioniert - keine Rolltreppen gibt oder allerhöchstens eine in eine Richtung.
Stolz wirbt der HVV damit, daß nun endlich auch Hutwalckerstraße geliftet ist

…bloß fahren tut der nigelnagelneue Fahrstuhl nicht. 

Wartung und Reparatur von so einem U-Bahn-Lift dauert im

Schnitt etwa drei Monate, wie ich die Erfahrung gemacht habe. 

Seit ich mit meinem Turbo unterwegs bin, achte ich natürlich auf sowas,

und wenn ich eine kompliziertere Tour vor mir habe, schau ich mir auch jedes

Mal vorher die HVV-Seite an, ob denn alle Fahrstühle auf meiner Route funktionieren, um keine bösen Überraschungen zu erleben. 

Gut, wenn natürlich wieder mal irgendwelche Deppen über Nacht

einen Lift kaputt gespielt haben, was gerne von Sonnabend auf Sonntag

passiert (S-Bahn Hasselbrook ist da sehr gern genommen), kann natürlich

auch die Homepage häufig nicht schnell genug sein.

Was ich noch nicht probiert habe ist, wie es denn mit diversen

kulturellen Einrichtungen aussieht; ich hatte da bisher nur eine

Erfahrung mit dem Museum für Hamburgische Geschichte. 

Um in die Sonderausstellung zu gelangen,. muß man mehrere

Zwischenebenen überwinden und mehrere Türen öffnen - Türen,

die nach außen aufgehen, was mit Rollator schwierig, mit Rollstuhl

ohne Begleitung unmöglich ist.
Man ist also auf die Hilfe des Personals angewiesen, ebenso wie bei

den Zwischenebenen, für die es Hebebühnen gibt.
DA stand ich also, weit und breit niemand zu sehen…nach zehn Minuten

kam denn ein Angestellter und fragte, was ich denn wollte. 

(HM…warum stehe ich vor dieser Hebebühne?)

Nachdem ich ihm mitgeteilt hatte,was denn mein Begehr sei, entschwand

er, kam nach zehn Minuten wieder.
“ich hab den Schlüssel nicht…den hat eine Kollegin”
Also auf die Kollegin warten, die denn nach weiteren zehn Minuten eintraf,

nur um uns mitzuteilen, daß sie den Schlüssel auch nicht hat, den hätte

nämlich noch eine andere Kollegin.
Ich hab denn mal vorsichtig nachgefragt, ob es denn möglich wäre, die

Kollegin irgendwie zu kontaktieren, um an den Schlüssel zu kommen. 

“Nee, die ist gerade zur Pause”
Also noch ein Viertelstündchen warten, bis denn die Kollegin erschien

und mit einigem Widerwillen, weil sie sich so gehetzt fühlte, die

Hebebühne bediente, um mich herabzulassen. 

So viel denn zum Thema herablassende Behandlung. 

Ich nach diesen Erfahrungen doch ziemlich froh, daß ich mittlerweile

vieles ohne meinen Turbo schaffe - das dreiviertel Jahr hat mich auf jeden

Fall viel Demut gelehrt und ich sehe vieles, was mit dem Thema Mobilität zusammenhängt, inzwischen mit

vollkommen anderen Augen, wie viel schwerer das, was mir schon

schwer fiel bis teilweise unmöglich war, für Menschen sein muß,

die noch weiter in ihrer Beweglichkeit

eingeschränkt sind als ich es war. 

Ich will nicht verhehlen, daß einiges  schon besser geworden ist,

aber dennoch, da ist noch vieles an Luft nach oben. 



                                                                        Bernd C.