Mittwoch, 27. Juli 2011

NTSV Test


loiddeloiddeloidde...
was für ein mauer besuch!!!gerade mal sechs st. pauli anhänger, die unsere fahne hochhielten - das ist ja grad mal das doppelte der ultras von teutonia alveslohe...wo hattet ihr euch versteckt an diesem schönen sommerabend?liebevolles catering...astraknolle für einsfuffzich original aus dem quietschenden kühlschrank und nebenbei auch noch einen erfrischenden kick auf kunstrasen mit einigen erfrischenden kabinettstückchen ("und schon wieder die scheiß sohle, marcel!!!" - jörn g.), verbalen glanzleistungen ("komm, alla...beschenk dich digga" - ausruf eines niendorfers, als einer der seinen allein auf kirschke zustürmte, was digga "schumi" dann doch nicht tat, sondern mit seinem schuß die eher nicht vorhandenen wolken beglückte...die zwote trat mit nur elf nicht angeschlagenen feldspielern an, von denen einer auch noch ein gastspieler war, in sofern war die leistung respektabel, der ntsv ging durch einen scheinbar berechtigten elfmeter, den kirschke fast noch gehabt hätte, in führung, aber wie piepel gesagt haben hätte...druckdruckdruck machten unsere jungs und drehten das spiel denn noch zur halbzeit durch den gast pini und andrijanic, unser 100-mann.
hatten auch noch danach die eine oder andere chance, aber man merkte den meisten doch an, daß sie relativ platt waren.fazit..erst mal wieder alle an bord haben...den pini würd ich, glaub ich, behalten, der hat mächtig betrieb gemacht und kann nen ball ziemlich gut behaupten, tidem hat mir gut gefallen  und wenn becken noch das diskutieren läßt und andrijanic das mit der "scheiß sohle", dann ist mir gar nicht bange vor der regionalliga  

Montag, 20. Juni 2011

(Fast) alles neu macht der Mai


Okay, dass die Leih und Feier Strategie nur im Falle des Klassenerhalts hätte erfolgreich sein können, war wohl so ziemlich allen klar, ebenso wie die Tatsache, dass einige der „hungrigen Talente“, die wir in den letzten Jahren geholt haben, Bundesliga spielen und verlieren in Dortmund trotzdem viel geiler finden als Tretereien in Ingolstadt (sorry, war nur exemplarisch gemeint ... ich hätte auch SC Paderborn schreiben können) und gewinnen, weil der wahre Erfolg sich auf dem Gehaltszettel niederschlägt. So hatten wir Einiges an Abgängen zu vermerken, zu beklagen und zu beweinen und über mancherlei Art und Weise der Verabschiedung könnte man kritische Worte anmerken. Will ich hier an dieser Stelle nicht tun, denn an dieser Stelle wollen wir uns ausschließlich um die Zugänge kümmern, die in diesem Falle ja fast alle Bereiche betreffen.

Zwischenüberschrift>>>>>Die Sportliche Leitung...<<<<<Zwischenüberschrift
Stefan Orth (11.11.66) und Jens Duve (25.09.62) - MdP
Kein Witz (oder doch) – damit solcherlei Fehler, wie man sie der „sportlichen Leitung“ in der vergangenen Saison anlasten könnte (kann) nicht noch mal passieren, haben Präsidium, Aufsichtsrat und andere „Gremien“ (whatever that means) intensiv getagt. Rausgekommen ist dabei, dass der Präsi und sein Vize künftig bei Gesprächen mit der sportlichen Leitung dabei sein wollen, um „unterstützend einzuwirken“. Zudem will man den Kontakt zum Mannschaftsrat und altgedienten Spielern suchen, um Meinungen und Strömungen innerhalb des Kaders rechtzeitig wahrzunehmen. Der ÜS wünscht den beiden viel Glück bei dieser neuen Herausforderung. 

Zwischenüberschrift>>>>>Trullislawski<<<<<Zwischenüberschrift
War gestern...jetzt ist was?
Nach dem tränenreichen Abgang unserer Spielervizepräsidentsportdirektortrainer-Ikone Stani in den Kraichgau unter Mitnahme der Ebenfallsikone Truller (ohne Pressekonferenz und ohne Tränen) stehen nun zwei neue Mannen an der Seitenlinie. Die müssen / sollen nach den zahlreichen Abgängen und dem ziemlich sang- und klanglosen Abschied der Mannschaft aus der Bundesliga ein neues Team aufbauen, welches sich, lt. Aussage der „sportlichen Leitung“ (zu der die zwei ja wohl gehören, oder?) in der neuen Saison im oberen Mittelfeld der zweiten Liga zunächst etablieren soll. Wenigstens spricht niemand vom direkten Wiederaufstieg, denn solcherlei Gerede hatte bei vergangenen Abstiegen doch das eine oder andere Mal eher zu einem harten Fall ohne weiche Landung geführt.
André Schubert (24.07.1971) - Cheftrainer
Es gibt drei Dinge, die ihn mit seinem Vorgänger verbinden: der modische Kurzhaarschnitt und die Tatsache, dass auch Schubert 2004 seine Ausbildung zum Fußballlehrer als Lehrgangsbester abschloss. Außerdem wechselte er vom Posten des sportlichen Leiters ins Traineramt. Ansonsten ist Schubert von seiner Vita her ein vollkommen anderer Typ; Blutgrätschen sucht man in seiner Biographie vergebens. Er studierte Sport und Gymnastik an der Uni Kassel und war nebenbei als Jugendtrainer tätig. Ab 2000 Jugendkoordinator bei KSV Baunatal, 2002 DFB-Stützpunktkoordinator Nordhessen, Hospitationen beim FC Bayern, Schalke 04 (wo auch sonst, Helmut) und dem HSV, Assistenztrainer bei der U-15, U-16 und U-17 Nationalmannschaft. Ab 2006 Nachwuchskoordinator und Trainer der Zweiten des SC Paderborn; ab April sportlicher Leiter, ab Mai 2009 Trainer der ersten Mannschaft. Mit vier Siegen und dem Gewinn der Relegation gegen den VfL Osnabrück führte er die Paderborner in die 2. Liga und schaffte in den zwei Folgejahren mit kleinstem Geld zweimal den Klassenerhalt. Als der SC Paderborn bekannt gab, er wolle seinen Etat nochmals reduzieren, bat Schubert um seine vorzeitige Vertragsauflösung (PK ohne Tränen), um dann kurze Zeit später vom FC verpflichtet zu werden. Auf ihm lastet sicher der allergrößte Druck, denn der große Schatten seines Vorgängers wird noch lange über dem Rasen schweben, die Ansprüche sind sicher etwas andere als ein Nur-Klassenerhalt.
Jan-Moritz Lichte (12.01.1980) – Co-Trainer
Wenn Stani vielleicht mehr der Theoretiker war und Truller vielleicht eher der Praktiker, dann wird solcherlei Unterscheidung bei dem neuen Trainergespann etwas schwieriger, höchstens in optischer Hinsicht. Denn unser neuer Hütchenmann bewirbt sich optisch eher um den Denis-Baris-Gedächtnispreis. Den Co-Trainer hat unser neuer Chef aus Paderborn gleich mitgebracht. Die zwei kennen sich noch aus Baunataler Zeiten, wo Lichte quasi seine gesamte aktive Fußballerkarriere verbrachte. 2007 holte ihn Schubert zur Zweiten des SC Paderborn und als Stellvertreter der Nachwuchskoordination. Im April 2009 beendete er seine aktive Laufbahn und wechselte an die Seitenlinie der ersten Mannschaft. Auch Lichte ist ein „echter Streber“: er beendete 2008 sein Studium der Sportwissenschaften an der Uni Paderborn mit der Note 1,0. In seiner Diplomarbeit setzte er sich mit „expliziten und impliziten Taktiktraining bei Nachwuchsfußballspielern mit Handlungs- und Lageorientierung“ auseinander, für die er auch den (mit 500 € !!! dotierten) Paderborner Preis der Sportwissenschaft erhielt. Und „natürlich“ beendete er seine Fußballlehrer-Ausbildung im März 2011 auch als Lehrgangsbester.

Zwischenüberschrift>>>>>Wichtig ist: auf’m Platz...<<<<<Zwischenüberschrift
Das Projekt „Jugend forscht“ aus den Vorjahren ist nicht vollkommen eingestampft; aber es fällt doch auf, dass einige Eckpunkte eher mit gestandenen Kräften besetzt wurden, denen irgendwie eines gemeinsam ist: Sie hatten alle eine miese letzte Saison hinter sich und haben nun quasi die Karriere-Resettaste gedrückt.

Philipp Tschauner (03.11.1985)  -  Torwart

Kommt vom Ligakonkurrenten 1860 München, zu denen er zur Saison 2006/07 vom 1. FC Nürnberg gewechselt war. Langfristig war wohl die Idee, dass er den Stammtorwart Michael Hofmann ersetzen sollte. 2007 stoppte zunächst ein Kreuzbandriss dieses Vorhaben, doch im Folgejahr war er zumeist Stammtorwart mit 26 Einsätzen. Doch der Tainerwechsel von Kurz zu Lienen bedeutete quasi den Karriereknick. Lienen holte Gabor Király als neuen Keeper, an dem Tschauner in der Folgezeit nicht vorbeikam, wie das so unschön heißt. 2009/10 und 2010/11 steht jeweils nur ein Einsatz in der 2. Liga zu Buche. Scheint so ein wenig Philipps Schicksal zu sein, dass er da, wo er hinkommt, stets auf einen Besseren trifft. 2006 gab er sein Debüt in Deutschlands U21 gegen die Niederlande; in der Halbzeitpause kam ein Neuer ins Tor, der Manuel nämlich. Und damit war Tschauners Länderspielkarriere auch beendet. Jetzt tritt er gegen Bene an.
Mal schauen, was wird.

Davidson Drobo-Ampen (26.03.1988)  -  Abwehr

Kann sowohl in der Innenverteidigung als auch auf der rechten Außenbahn eingesetzt werden. Nicht wirklich ein Neuer. Drobo kam 2006 von der A-Jugend des SC Vorwärts/Wacker zum FC, wo er in der Folgezeit Stammspieler in der U23 wurde. Ab 2008 durfte er auch immer wieder im Kader der 1. Mannschaft ran. Acht Spiele in der Saison 2008/09, sieben in der Folgesaison und ein Bundesligaspiel letztes Jahr stehen zu Buche, Naja, es waren vier Bundesligaminuten gegen den 1. FC Köln am 20. Spieltag. Danach wurde seine Leihe zum dänischen Erstligisten Esbjerg fb verkündet. Drobo sollte sich Minuten als Stammspieler auf höherem Niveau erkämpfen. Das gelang nicht wirklich. Inder dänischen Liga kam er zu fünf Einsätzen, im Landespokal auf zwei, davon war nur jeweils einer über 90 Minuten. Nun kehrt er also wieder zurück doch wie lange er bleiben wird, ist auch noch fraglich. Angeblich soll er nicht den Backup für Carsten Rothenbach geben, sondern wieder für ein Jahr ausgeliehen werden, mit dem gleichen Ziel wie letzte Saison. Wohin auch immer das führt; Drobo wird sich durchbeißen müssen.

Lasse Sobiech (18.01.1991)  -  Abwehr

Der Innenverteidiger darf sich deutscher Meister nennen, auch wenn er für die Erste des BVB in der letzten Saison kein Spiel bestritten hatte, sondern nur für die Zweitverwertung aufgelaufen war. Seit 2003 spielt der geborene Schwertener für die Gelb-Schwarzen, durchlief die Jugendmannschaften und wurde 2009 zu einer festen Größe in der 3. Liga (32 Sp. / 1 Tor), so dass er in der Folgesaison zum Kader der ersten Mannschaft gehörte. So erklären sich auch die „nur“ 23 Einsätze in der U23. Nun soll der nächste Schritt folgen, nämlich Spielpraxis in einem Profiteam zu sammeln. Deswegen die einjährige Ausleihe zum FC, denn unsere Qualitäten als Nachwuchs-Ausbildungsverein haben wir ja hinlänglich unter Beweis gestellt. Mit 1,96 m Größe und 87 kg ist Lasse auch eine echte Kante, der uns vielleicht bei unserem Problem mit Ecken weiterhelfen kann. Sobiech ist außerdem aktueller Nationalspieler der U21 (5 Sp.), hatte zuvor schon 3 Einsätze in der U18 und 8 in der U19 (ein Tor) und führt damit die Tradition der letzten Saisons fort. Und damit natürlich auch das Dilemma: spielt er scheiße, hilft er uns nicht…spielt er gut, ist er 2012 wahrscheinlich wieder weg.

Sebastian Schachten (06.11.1984)  -  Abwehr 

Außenbahnen links oder rechts, kann auch im defensiven Mittelfeld spielen. Er gehört auch zu jenen, denen der ganz große Karrieresprung in der Bundesliga verwehrt blieb, weswegen er sich bei den Alternativen Bundesliga-Bank bei Mönchengladbach oder vielleicht spielen bei St. Pauli für die 2. Liga entschied. Beim FC trifft er auch auf einen alten Bekannten, seinen Ex-Trainer nämlich. Der gebürtige Bad Karlshafener begann in Paderborn mit dem Kicken, landete dann über diverse Stationen vor allem bei Göttinger Vereinen 2004 wieder in Paderborn. 2005 wechselte er zur Zweitverwertung des SV Werder, wo er Stammspieler wurde. Nach zwei Jahren dann der Wechsel zur Borussia an den Niederrhein. Dort konnte er sich allerdings nie wirklich durchsetzen, auch Einsätze in der Zweiten waren rar gesäht. 2009/10 lieh ihn Schubert nach Paderborn aus, dort kam er auf 30 Einsätze (1 Tor). Im letzten Jahr dann wieder am Bökelberg hatte er nur 13 Bundesligaeinsätze, davon sieben von Beginn an und sechs Partien in der Regionalligamannschaft zu bestreiten (2 Tore). Aber Schubert wird wissen, was er an ihm hat (hoffentlich).

Petar Filipovic (14.09.1990)  -  offensives Mittelfeld
Endlich mal wieder ein echtes Eigengewächs und sicher nicht nur ein Alibi-Local-Player wie Deniz Herber. Über den MSV und den SC Europa kam der Hamburger Jung 2002 zum FC St. Pauli, spielte sich durch alle Jugendmannschaften, bis er 2009 von der U19 in die U23 aufstieg. Petar hat sich den Profivertrag redlich verdient. In der Regionalligasaison bestritt er 33 Spiele (1 Tor); im letzten Jahr wurde er eine Stütze des Hamburger Oberligameisters, steuerte in 26 Spielen acht Tore und acht Vorlagen zum Aufstieg bei. “Belohnt“ wurde er dafür von Holger Stanislawski mit sechs Bundesliga-Minuten am letzten Spieltag gegen Mainz 05, als er in der 84. Minute eingewechselt wurde. Darf sich damit nun offiziell auch Bundesliga-Absteiger nennen. Doch der Karriere dürfte das keinen Abbruch tun, denn der kräftige Linksfuß hat das Zeug dazu, sich auch in höheren Klassen durchzusetzen, auch wenn das vielleicht noch öfter die Regionalliga sein wird. Im Kader der kroatischen U21 Nationalmannschaft steht er ebenfalls, auch wenn er noch kein Spiel bestritten hat.

Patrick Funk (11.02.1990)  -  Mittelfeld
“Der Spätzle Beckham“ präsentierte die Vierbuchstabenzeitung den nächsten Neuen. Was natürlich wie üblich Schwachsinn ist. Funks Position ist die Zentrale, gern offensiv als Takyi-Ersatz, aber er kann auch den Lehmann-Nachfolger geben. Funk stammt aus dem Aalen mit den zwei A, kam über Unterkochen, Ebnat und den SSV Ulm 2007 ins Internat des VfB Stuttgart, durchlief dort alle Jugendmannschaften und schaffte es 2009 in den Kader der ersten Mannschaft; lief allerdings vornehmlich in der 3. Liga auf (32 Sp. / 5 T.). Letzte Saison spielte er nur viermal für die Zweitverwertung, lief aber neun Mal in der Bundesliga auf und schoss ein Tor (den Anschlusstreffer zum 1:2 beim 1:4 gegen den 1. FC Nürnberg). Außerdem hat er sechs Spiele in der Europa League (drei in der Qualifikation) bestiritten. Er hat alle Jugend-Nationalmannschaften seit der U17 durchlaufen und wurde 2007 mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold für U17 Spieler ausgezeichnet. Ein echter Rohdiamant, für den wohl das Gleiche gilt wie für Lasse; nur mit dem feinen Unterschied, dass Funk für zwei Jahre an uns ausgeliehen ist

Mahir Saglik (18.01.1983)  -  Sturm

Ein echter Wandervogel. 2002 begann er seine Profikarriere in seiner Geburtsstadt Paderborn beim SC, für den er auch in der Jugend gespielt hatte. 2003 ging es dann zu RW Ahlen, im Winter wieder zurück, nach Paderborn, im Sommer 2004 zur Zweitverwertung des BVB. 2005 lief er wieder für Ahlen auf, um dann schnell zu Admira Wacker Mödling nach Österreich zu wechseln. Nach nur einer Saison hieß sein Brötchengeber 1. FC Saarbrücken und im Jahresrhythmus ging es weiter: 2007 Wuppertaler SV Borussia, 2008 VfL Wolfsburg, Anfang 2009 KSC, dann nach zwei Monaten Wolfsburg wieder Paderborn, 2010 reichte Wolfsburg ihn an den VfL Bochum weiter. Dort teile man ihm Anfang diese Saison mit, dass man so recht nicht mehr mit ihm plane. Sagliks Saison war auch eher eine enttäuschende; in 26 Einsätzen kam er nur zu drei Treffern und drei Vorlagen, was er damit begründete, dass er zu häufig als hängende Spitze spielen musste, sich aber als echter Mittelstürmer viel wohler fühlen würde. Dass er’s kann, hat er schon bewiesen; in Wuppertal schoss er in 24 Spielen 27 Tore. Gut, dass war Regionalliga, aber auch 2009/10 traf er in 27 Spielen 15 mal und bereitete 8 Treffer vor, war damit also an gut der Hälfte aller Paderborner Treffer beteiligt. Trainer damals...na klar, André Schubert. Der wird wissen, was er an ihm hat und wo er ihn am besten einsetzen kann.   

Dienstag, 26. April 2011

Dankeschön - Auf Wiedersehen


Es wird also nach menschlichem Ermessen wieder mal nicht reichen. Wenn nicht ein mittelgroßes Wunder vom Millerntor passiert, das größer wäre als der Aufstieg 2001 oder dasjenige vielzitierte von Bern, finden wir uns im nächsten Jahr wieder im Mittelhaus des bezahlten Fußballs wieder. Da freuen wir uns dann schon mal wieder auf Besuche an der Ostsee und in der Welfenstadt. Angesichts dieser Tatsache ist es müßig, schon wieder etwas zur Statistik gegen den heutigen Gegner zu schreiben, das ist von mir hinreichend und oft getan worden. Ich will mich statt dessen auf die Suche nach den Gründen machen, die vielleicht zu dem Abstieg geführt haben könnten.

Zum Ende der Hinrunde sah ja alles noch ganz gut aus. Platz 15, 17 Punkte. Allerdings, nach menschlichem Ermessen lag damals hinter uns zumindest eine Mannschaft, von der man wusste, dass sie in den letzten Jahren gerne mal einen schwachen Saisonstart hin- und dann nach der obligatorischen Trainerentlassung gern auch mal zulegte: Und siehste, der VfB Stuttgart, 17. der Vorrundentabelle ist 6. in der Rückrunde. Einen Platz dahinter in der Rückrundentabelle stehen die Kölner, die zum Ende der Hinserie noch 16. gewesen waren. Die haben also beide zulegen können, wir haben abgebaut.
Na gut, da kann man natürlich die unglaubliche Seuche unserer Verletzungen anmerken, die unsere Abwehr in der Rückserie entscheidend geschwächt hat. Kann ich sagen, ja aber... natürlich, schaut man sich die Stammformation aus dem 1. Spiel gegen Freiburg an:

Hain
Rothenbach
Zambrano
Thorandt
Oczipka
Und dann die aus den letzten Spielen
Pliquett/
Kessler
Lechner/
Bartels
Eger/
Gunesch
Thorandt
Gunesch/
Kalla / Lechner
Dann ist das sicher auch schon eine große Schwächung, wenn man in der Bundesliga quasi wieder mit der Abwehrformation aus der Regionalliga anfangen muss. Eger hatte in der Aufstiegssaison gerade mal 3 Spiele, Lechner 14, Kalla 8, Gunesch immerhin 21. Da ist nach dem Aufstieg auch relativ wenig nachgebessert worden. Vor allem auf der rechten Seite nach dem Ausfall von Rothenbach. Ein Moritz Volz war leider nie eine echte Alternative und auch niemand sonst. Bartels machte seine Sache zuletzt nicht schlecht, aber mal ehrlich, als Rechtsverteidiger hatten wir den nicht eingekauft. Wobei ein echter Knackpunkt vielleicht wirklich der Ausfall von Oczipka war, dessen Qualitäten ja eindeutig in der Vorwärtsbewegung lagen. Mit ihm holten wir 22 Punkte, ohne ihn waren es dann nur noch 7 (wovon sechs auf den Derbysieg und den Sieg gegen Gladbach entfielen). Ja, man kann sagen, wir kassieren zu viele Gegentore. 30 waren es in der Hinserie (damit Tabellen 14.), 26 in der Rückrunde; mit letzterem Wert sind wir das schlechteste Rückrundenteam. Nur in zwei Spielen in der Rückrunde kamen wir ohne Gegentor aus, darunter u.a. beim Derbysieg gegen den HSV, dem auch nicht wenige die Schuld an der Misere zuschreiben. Vorher waren wir nämlich noch ungeschlagen die beste Rückrundenmannschaft, wobei klar sein durfte, dass wir das Niveau nicht hätten halten können.
Brotlose Kunst?
Allerdings, wenn man sich schon die Hinrundentabelle anschaut, fällt auch noch ein weiteres Manko auf und das könnte uns am Ende eher das Genick gebrochen haben:
Stani war ja stets ein Verfechter einer offensiven Ausrichtung; lieber 5:3 als 0:0, hatte er mal gesagt – ist ja auch mehr Spektakel. Nur, wenn ich denn diese drei Gegentore kassiere (und das haben wir achtmal diese Saison bisher), dann sollte ich auch meine fünf Treffer erzielen. Wir haben in der Hinrunde in 17 Spielen nur 16 Tore gemacht; haben in sieben Spielen gar nicht getroffen und waren damit der schwächste Sturm. Und was wir in der Rückrunde an Kisten gemacht haben (17 – damit sind wir Tabellenelfter) reicht halt nicht, um das Mehr an Gegentoren zu kompensieren. Das Dilemma eines Marius Ebbers ist ja leider hinlänglich bekannt. Keine Ahnung, woran es liegt – in der 2. Liga haut er die Dinger für seine jeweiligen Vereine rein, wie es nur geht, sobald er in der ersten Liga spielt, ist das Tor plötzlich nicht mehr sein Freund. Bitte nicht falsch verstehen, ich will kein Ebbe-Bashing betreiben, das hat mit vielen Faktoren zu tun, aber letzte Saison waren es halt 20 Buden, diese Saison nur DREI. Aber auch die anderen Offensivkräfte dürfen sich da an die Nase gepackt fühlen: Hennings (9 – 0), Naki (7 – 1), Takyi (8 – 4), Kruse (7  -  2). Wenn der beste Torschütze eines Vereins, in diesem Falle Asa, erst auf Platz 37 im Liga-Ranking auftaucht und dann erst wieder einer auf Platz 62 (Lehmann und Takyi) kommt, dann ist das deutlich zu wenig. Nun waren in der ersten Liga auch keine 72 Tore zu erwarten, aber 33 sind halt weniger als die Hälfte und halt nicht genug, um die Klasse zu halten. Nur Frankfurt hat da weniger.
Da kann man denn vielleicht schon mal die Spielphilosophie kritisieren. Ich hätte mir in manchem Spiel ein verdammtes Unentschieden gewünscht oder einen dreckigen 2:1 Sieg, statt sehenden Auges weiter nach vorne zu rennen und damit in das Gegentor, das uns so viele Punkte gekostet hat. Neinneinnein, jetzt bloß nicht die alten St. Pauli Tugenden beschreien, wir haben ja jetzt Spektakel und Event. Nur leider nicht am Millerntor. Das ist scheinbar keine Festung mehr; obwohl wir ja diese Saison kein „unechtes“ Heimspiel und auch kein Geisterspiel hatten – wir sind mit einer Bilanz von 4-3-9 schlechtestes Heimteam der Liga. Vier Heimsiege, davon zwei in der Hinserie (das 3:2 gegen Nürnberg und das 1:0 gegen Lautern) und zwei in der Rückserie (das 3:0 gegen das schwächste Auswärtsteam der Liga aus der Domstadt und das 3:1 gegen Gladbach – das war das letzte Spiel von Trainer Frontzek).Selbst in der Aufstiegssaison hatte z.B. Düsseldorf zu Hause mehr Punkte geholt als wir, da haben wir den Aufstieg quasi durch unsere Auswärtssiege klar gemacht. Gut, die haben wir diese Saison auch nicht geholt, aber es sind auswärts bislang genau so viele wie zu Hause. Haben wir vielleicht mit alten Steinen und Containern auch ein wenig von dem alten Geist entsorgt? Businessseats und Kurzpässe statt Holzbänke und Blutgrätschen?

Das Spiel dauert 90 Minuten

Es beginnt mit der ersten und endet mit der 90sten plus Nachspielzeit, wenn nicht ein dämlicher Becherwerfer es vorzeitig beendet. Es ist Aufgabe des Trainers, die Mannschaft auf diese 90 Minuten einzustellen, sozusagen einen „Gameplan“ bereit zu haben. Offensive Aufstellung und Hurra-Stil; dass es da dann an der Effektivität mangelte, haben wir ja schon gesehen. Vier Tore hat St. Pauli in den ersten 20 Spielminuten erzielt, aber neun Gegentore bekommen und wenn wir hinten lagen, hat das zu acht Niederlagen geführt. Wenn wir in Führung lagen nach 20 Minute, sprang nur ein Sieg heraus (das war das ergraupelte 1:0 gegen Hannover im Oktober).
GT in den ersten 20
S
U
N
9
1

8
Eigene Tore



4
1
1
2
Schlimmer ist allerdings die Bilanz nach hinten raus:
GT in den letzen 15
S
U
N
13
1
1
11
Eigene Tore



7
Iii
I

13 Gegentore waren es in den letzten 15 Minuten in dieser Spielzeit; dem stehen nur sieben eigene Tore in der letzten Viertelstunde gegenüber (von denen allein drei auf das erste Spiel in Freiburg entfielen). Das brachte uns drei Siege und zwei Unentschieden ein. Aber die „Last-Minute-Gegentore“, das ist auch schon vielfach in der Presse thematisiert worden, haben uns eindeutig das Genick gebrochen. Es gibt halt solche Spiele wie das 0:1 gegen Hannover, die eindeutig nicht verloren gehen dürfen oder die Spiele in Hoffenheim und Wolfsburg, die nicht unentschieden enden sollten. Da kann man getrost des Trainers offensive Ausrichtung kritisieren, denn wenn er eine Viertelstunde vor Schluss die Auswahl hatte, offensiv oder defensiv zu wechseln, dann entschied er sich zumeist für die offensive Variante. Wenn ich z.B. gegen Wolfsburg 2:1 in Führung liege, muss es dann als letzter Wechsel Ebbers oder darf es auch mal ein Schultz sein. Oder damals, beim Heimspiel gegen den HSV – 77. Minute in Führung gegangen; der HSV wechselt in der 80. Minute zweimal offensiv; bei uns kommt in der 84. Minute Kruse für Naki und in der 88. Minute fällt der Ausgleich. Hätte es auch da ein wenig mehr Beton sein dürfen. Auch da saßen ein Timo Schultz und ein Fabio Morena auf der Bank. Manchmal muss es auch das vorhandene Offensivpersonal richten und manchmal darf es auch nur ein Punkt sein. Hätte auf jeden Fall geholfen. Wie gesagt, ich will keine alten St. Pauli Tugenden bemühen. Wie zum Beispiel das gute alte „nüüüman siecht am Millernddor“. Schwächstes Heimteam der Bundesliga waren wir diese Saison. Die Heimspiele gegen Hoffenheim (0:1), gegen den HSV (1:1), gegen Leverkusen (0:1), gegen Freiburg (2:2), gegen Hannover (0:1) und gegen Stuttgart (1:2) hätten sicher anders laufen können. Das wären, wenn die letzten Gegentore nicht gewesen wären, ein wenig Cleverness hinzugekommen wäre UND man sich vielleicht mit EINEM Punkt zufrieden gegeben hätte, ACHT Punkte mehr gewesen. Und damit auch vielleicht SECHS Gegentore weniger. Nur mal so exemplarisch.
Wobei, das Leben ist kein Konjunktiv. Natürlich ist nicht messbar, was wir, wenn wir das, was wir offensichtlich falsch gemacht hatten, anders gemacht hätten, erreicht hätten. Na gut, für Wunder sind wir zwar noch immer gut, aber das müsste ja wohl, wie schon geschrieben, noch ein Mega-Wunder werden. Also grüßen wir Schweinstuber, Robbery und all die bajuwarischen Mega-Stars zum Abschied. Die verpassen wohl gerade die Fleischtöpfe der Champions-League und dürfen sich dann nächste Saison mit den Mini-Würschteln aus der Euro-League begnügen, dem gewesten UEFA- oder von Kaiserfranz so geschimpften Cup der Verlierer. Das kennt man als Bayern-Superstar der heutigen Zeit ja nun gar nicht mehr. Also, schenken wir den Bayern bitte nochmals einen ein, damit wir uns rechtschaffen verabschieden von unserem Jahr-100-Abenteuer. Hat ja hoffentlich genug Geld in die Kasse gespült mit Merchandising und spart auch Geld mit dem Nicht-Auszahlen von Prämien. Verabschieden wir uns würdevoll von unserer Spieler-Praktikant-Manager-Trainer-Ikone Holger Stanislawski und all jenen, von denen wir noch gar nicht wissen, dass sie uns auch verlassen werden. Das wird nach menschlichem Ermessen Matze Hain sein, der seine Karriere beendet – Kess wird wohl seine Option ziehen, um mit Köln weiter erste Liga zu spielen und Leverkusen wird sich wohl Bastian Oczipka zurück holen und Richie vielleicht an einen anderen Erstligisten ausleihen. Die Verträge von Flo Lechner, Marcel Eger, Timo Schultz und Max Kruse enden mit Ablauf der Saison. Und wir werden einen neuen Trainer bekommen (müssen). Wieder mal etwas größere Umbrüche. Und wenn ich jetzt mal wieder den Konjunktiv bemühen möchte, dann wäre es natürlich schön, wenn wir den direkten Wiederaufstieg schaffen würden. Vielleicht ist es aber auch besser, Wunden lecken, konsolidieren. Das magische Wort lautet Nachhaltigkeit; bloß kein Krampf. Da sind nun die Verantwortlichen gefragt, und ich bin gespannt, wen wir im Sommer und im ÜS 104 begrüßen dürfen. 



Anm.: der Artikel wurde nach dem Bremen-Spiel verfasst; insofern stimmen nicht mehr alle Zahlen 

Mittwoch, 2. Februar 2011

ALTER SCHWEDE


(Mit bestem Dank an Adi und Ulric Jansson)

Vielleicht hat der eine oder die andere sich schon mal gefragt, was eigentlich der alte Fußballgott Henrik Larsson so treibt. Meinen Kumpel Adi trieb die Frage auch um und er fand heraus. dass der Gute inzwischen Trainer bei dem schwedischen Zweitligisten Landskrona BoIS (Boll- och Idrotts Sällskap, Ball- und Sportgesellschaft) ist. Interessiert haben wir versucht herauszufinden, ob man es denn mit seinem St. Pauli Gewissen vereinbaren könne, auch Landskrona sympathisch zu finden. Das Ganze führt einen zu einer ganzen Menge kruder Übersetzungen aus dem Englischen und dem Schwedischen. Herausgekommen ist Folgendes dabei:

gegründet
07.02.1915 durch Fusion von IFK Landskrona und Diana
Stadion
Landskrona IP (Karlslunds IP), 12.000 Plätze
Zuschauerrekord 18.535 am 16.10.59
Liga
Allsvenskan (1. Liga) Gründungsmitglied 1924 – 1949,
1971 – 1980, 1994, 2002 - 2006
2006 Abstieg in die 2. Liga (Superettan)
Erfolge
Schwedischer Vizemeister 1938
1976 und 1977 Platz 3 (Teilnahme am UEFA-Cup)
Schwedischer Pokalsieger 1972
Schwedisches Pokalfinale 1949, 1976,1984, 1993
International: 
EC 2 72/73: Rapid Bukarest – Landskrona BoIS 3:0 / 0:1
UEFA-Cup 77/78 : Landskrona BoIS – Ipswich Town 0:1 / 0:5
Intertoto Cup: 1972, 1974, 1976, 1977
Ehemalige bekannte Spieler:
Alexander Farnerud (2001-2003), Pontus Farnerud (1996 – 1998), Jörgen Pettersson (2004 – 2008)
Rekordspieler:
Harry „Hacke“ Dahl (334 Tore in 410 Spielen in den 20ern), Sonny Johansson (637 Spiele – dabei 309 Tore in den 70ern)

Wenn man auf der Homepage auf den Link zu den Fans geht, gibt es dort einen Hinweis auf die Football Alliansen. Klickt man die Unterseite an, so bekommt man zuerst ein Zitat des Vereinsvorsitzenden Kenneth Hakansson: „Wir von Landskrona BoIS stehen für Werte wie Offenheit, Zusammenarbeit, gegenseitigen Respekt und Fairplay. Wir arbeiten für Toleranz und gegen Rassismus und gegen Mobbing. Dies bestimmt unser tägliches Handeln und dieses Wertesystem gilt in gleichem Maße auch für den Vereinsvorstand, die Spieler und Anführer.“ Das hört sich schon recht vielversprechend an. Also habe ich mir die Mühe gemacht, mich auf die Suche nach dieser Football Alliansen (FA) gemacht:
Der Ursprung der Football Alliansen liegt in Stockholm. Auch in Schweden hatte mit der Zeit das Problem der Gewalt in Fußballstadien und um den Fußball herum immer größere Ausmaße erreicht. 1986 hatte sich der schwedische Nationalrat für Kriminalprävention (BRA) erstmals mit dem Problem fußballspezifischer Gewalt befasst und hatte das Thema 2008 erneut auf der Agenda. Bei der Erstellung der Studie „Strategien gegen Gewalt im Zusammenhang mit Fußballspielen“ waren auch die drei Stockholmer Vereine AIK, Hammerby und Djurgarden beteiligt. AIK hatte auch schon ein eigenes Fanprojekt gegen Gewalt (AIK-stilen – ålska AIK varsamt = liebe AIK sanft). Die Maßnahmen, die die BRA empfahl, waren überwiegend repressiver Natur (mehr Zäune, Kameras, Polizisten und Kontrollen, weniger Alkohol, frühere Anstoßzeiten etc), aber man beschloss auch, in den präventiven Bereich zu investieren. So kam es zur Kooperation mit der FA. Maßgeblicher Kopf dahinter ist Ulric Jansson. Er arbeitete damals als Erzieher mit Problem-Jugendlichen und hatte eine lange Karriere als Sportler, Trainer und Funktionär hinter sich und ist seit langem Supporter von Hammerby IF. 2005 setzte sich Jansson mit zwei Supportern anderer Stockholmer Clubs zusammen, um sich Gedanken um das Problem der Gewalt zu machen. Dabei kam die Idee einer Organisation heraus, die Einfluss auf die Fankultur nehmen wollte, um für Gewaltfreiheit auf den Rängen zu werben. Das Projekt fand Anklang bei den Verantwortlichen der Vereine und nachdem die Regierung Geldmittel bewilligte, wurde die FA im März 2006 ins Leben gerufen. Als Kooperationspartner suchte man sich die Organisation Fryshuset. Diese wurde 1984 von der schwedischen Sektion des YMCA und ein paar Freiwilligen gegründet unter maßgeblicher Beteiligung von Anders Carlberg, der immer noch CEO ist. Der Name bezieht sich auf den ersten Standort des Projekts, dem ehemaligen Kühlhaus Södermalm im Süden Stockholms, in dem sich die Organisation um soziale Projekte für Jugendliche, zunächst im Bereich Sport und Musik, kümmerte. Als 1986 gewalttätige Bandenkriege zwischen Jugendlichen in Stockholm stattfanden, wandte sich die Regierung an Fryshuset, die daraufhin eine Kampagne starteten, um Alternativen zu Gewalt aufzuzeigen, welche ganz Schweden umfaßte. Heute hat Fryshuset 500 Mitarbeiter und 40.000 Besucher jeden Monat. Neben Zentren in Stockholm, Malmö und Göteborg betreibt man auch mehrere Schulen, u.a. das Basketballteam 08 Stockholm Menschenrechte mit eigener Arena und eine Vielzahl von Projekten (u.a. Exit – Hilfe für Aussteiger aus rechtsradikalen Gruppen; Chaplin betreut Kinder aus dysfunktionalen Familen; Easy Street hilft, Jugendliche, die durch Vanadalismus auffällig geworden sind, wieder zu integrieren). Die Finanzierung von Fryshuset erfolgt nur zu 5% aus staatlichen Mitteln, der Rest kommt von Spendern, Sponsoren und Gebühren (die allerdings nicht von Jugendlichen erhoben werden). Seit 2006 hat die FA etwa 250 Schulbesuche (auch mit vielen prominenten Fußballern) und unzählige Seminare organisiert. Das von ihnen initiierte Theaterstück „Top Boy“ tourte 2009 durch Schweden und wurde 150 mal aufgeführt. Mit „Huliganparan“ (Hooliganbirnen) hat die FA ein Internetportal ins Leben gerufen, an das sich Betroffene und Eltern wenden und Erfahrungen austauschen können. An ihrem Präventions- und Reaktionsprogramm nehmen inzwischen zehn schwedische Vereine (AIK, Djurgardens IF, Hammerby IF, Landskrona BoIS, GAIS, Helsingborgs IF, Elfsborgs IF, IFK Göteborg, Örgryte IS und Makmö FF) teil. Ebenso war die FA maßgeblich an der Gründung der SFSU (Swedish Football Supporters Union) beteiligt, einer Organisation, die vielleicht am ehesten mit BAFF vergleichbar ist. Djurgarden hat inzwischen eine Kooperation mit Charlton Athletic und vier hauptamtliche Mitarbeiter, die sich um die Betreuung von sozialen Projekten von Jugendlichen kümmern. Landskrona ist seit 2008 Mitglied der FA, hatte allerdings bereits vorher ähnliche Projekte entwickelt.
„In Landskrona gibt es zwar eine gewisse Hassliebe zu Helsingborg, aber mit Ausnahme von einem Spiel gegen Angelholm hatten die BoIS ansich keine Probleme mit Hooligans“ führte Benny Berggren, der Beauftragte Landskronas für die FA im Interview mit der Lokaltidningen aus.. „Trotzdem beteiligen wir uns an dem Projekt, um die Stimmung auf den Rängen zu verbessern“. Berggren steht in Kontakt zu dem größten Fanclub „Black & White“, organisierte Treffen, an denen auch Spieler teilnehmen. „Wir wollen hören, wie die Fans Dinge wahrnehmen und was sie wünschen und dann werden wir versuchen, was wir umsetzen können. Die Idee ist, dass eine positive Stimmung auf das ganze Publikum übergreift. Es soll Spaß machen, zum Fußball zu gehen, auch wenn die Mannschaft mal einen schlechten Tag hat.“ 'Zudem hält Berggren Vorträge in sechsten und siebten Schulklassen „über Respekt, Verantwortung und eine Haltung, wie man auf dem Platz zu stehen hat und wie man sich auch in der Gesellschaft zu verhalten hat.“ Die simple Antwort also: Ja, man kann Landskrona BoIS wohl beruhigt sympathisch finden!!! Und, wenn man den Bloggern von Bergedorf 85 (85live.blogspot.com) Glauben schenken darf, dann scheint sich ein Besuch im Stadion der Landskrona BoIS zu lohnen. // fuisligo

Donnerstag, 13. Januar 2011

Die rot-grüne Überraschung


SV Hannover 96
61 Spiele
17 Siege
19 Unentschieden
25 Niederlagen
80:88 Tore

Ich kriege immer noch jedes Mal einen Schreck, wenn ich Hannoveraner Fußballfans ihre Mannschaft anfeuern höre...irgendwie irritiert einen dieses HaaaEssVaauuu doch ziemlich, oder? Naja, ist ja nun auch schon zehn Jahre her, seit wir das letzte Mal gegen die Roten antreten mussten. Wieso eigentlich Rot? Auch wieder so eine Sache, die ich nicht verstehen werde und die mir auch keiner erklären kann; warum die Vereinsfarben grün-schwarz sind und die Jungs dann immer in Rot spielen. Mag vielleicht an den vielen Fusionen liegen, aus denen der Hannoversche Sportverein von 1896 1913 hervorging. Was den FC und die 96er verbindet, ist eine sehr wechselvolle Geschichte mit einigen Parallelen. So mag es auch wenig wundern, dass das Zusammentreffen heute erst das vierte Bundesligaspiel der beiden Vereine gegeneinander ist. Erstmals führte uns das Schicksal zusammen, als die Oberliga Nord nach dem 2. Weltkrieg eine wirkliche norddeutsche Oberliga geworden war (vorher umfasste sie ja nur Hamburg, Schleswig Holstein und Mecklenburg). gleich am 1. Spieltag der Gründungssaison bekamen die Hannoveraner ihr 4-3-2-1-Erlebnis: 4x Lehmann, 3x Famula, 2x Börner und 1x Schaffer bescherten den 96ern eine 0:10 Heimklatsche – logischerweise der höchste Sieg des FC gegen die Roten. Die höchste Niederlage für St. Pauli setzte es ebenfalls in Hannover, ebenfalls noch in der alten Oberliga. Am 11.12.1960 verloren die Braun-Weißen 4:0. Am Ende der Oberligajahre stand für beide Vereine der Einzug in die Regionalliga – die Bundesligatür blieb nach einem sehr zweifelhaften Vergabeverfahren verschlossen und öffnete sich dem HSV und Eintracht Braunschweig. 96 gelang es, diesen Umstand nach einem Jahr zu korrigieren, was bei St. Pauli bekanntermaßen etwas längere Zeit in Anspruch nahm. Nach zehn Jahren waren allerdings auch die Möglichkeiten der Hannoveraner erschöpft, im Kreis der ganz Großen mitzuspielen und so folgten Jahre im Fahrstuhl der Ligen, bei denen man immer mal wieder auf den FC St. Pauli traf. 1978/79 hätte 96 sogar beinahe das gleiche Schicksal erwischt wie den FC, allerdings konnte der Konkurs und der damit verbundene Zwangsabstieg in den Amateurbereich gerade noch auf dem Gnadenweg abgewendet werden. 1987 gelang der Bundesligaaufstieg, zwei Jahre  später folgte der FC und so kam es in der Saison 88/89 zu den bisher einzigen Bundesligaduellen der beiden Vereine gegeneinander. Eine schiedlich friedliche Angelegenheit: Einem 2:2 am 29.10.88 in Hannover (Torschützen: Bargfrede – Reich – Gronau – Kohn) folgte im Rückspiel am Millerntor am 13.05.89 ein 1:1 (Groth – Zander), danach stiegen die Hannoveraner wieder ab in die 2. Liga, wo ihnen 1992 unter Michael Lorkowski der bislang größte Vereinserfolg gelang (neben den beiden deutschen Meisterschaften 1938 und 1954 – damals Sensationssiege gegen die Mannschaften von Schalke 04 und den 1. FCK). Als bislang einziger Zweitligist schafften die 96er es, den DFB-Pokal zu gewinnen. Vier Jahre später fand man sich allerdings in der drittklassigen Regionalliga wieder und durfte sich dort sogar mit der 2. Mannschaft des FC St. Pauli duellieren (5:1 / 0:0). 1998 waren die Roten wieder zweitklassig und so begleiteten sie uns noch drei Jahre, bis St. Pauli 2001 in die Bundesliga aufstieg. Und als wir dann runtergingen, schafften die Hannoveraner den Sprung in die Erstklassigkeit, wo sie sich bis heute im gesicherten Mittelfeld etabliert haben (von der Robert-Enke-Todessaison mit Platz 15 2009/10 mal abgesehen) und in dieser Saison nach der Hinserie auf einem sensationellen vierten Tabellenplatz stehen. Das 0:1 gegen den FC am 01.10.2010 (Ebbers per Kopf in der 6. Minute) war eine von sechs Niederlagen der 96er und eine von zwei Heimniederlagen in dieser Hinrunde überhaupt. Nicht mehr mitwirken am Versuch der besten Bundesligabilanz der Roten wird der geweste Nationalspieler Mike Hanke, der ja auch lange bei St. Pauli im Gespräch gewesen war, es in der Winterpause aber lieber vorgezogen hat, mit Mönchengladbach abzusteigen. Aber auch ohne Hanke gibt es einige Spieler und vor allem auch Trainer, die für beide Vereine tätig gewesen sind: // fuisligo

Trainer:

96 von bis
St. Pauli von bis
Karl Heinz Mühlhausen
1968
07.72 - 06.74
Willi Reimann
Spieler
07.86 – 11.87
02.99 - 03.00
Diethelm Ferner
07.79 - 11.82
07.76 - 06.78
Gerhard Kleppinger
Spieler
11.97 - 01.99
Jürgen Rynio
11.85 - 01.86
Spieler
Michael Lorkowski
10.90 - 06.92
03.82 – 06.86
07.92 – 09.92
Helmut Johannsen
07.70 - 11.71
Spieler (Jugend)
Franz Gerber
1999
12.02 - 03.04
Jürgen Wähling
07.86 - 09.88
Manager
Andreas Bergmann
08.09 - 01.10
03.04 - 11.06


Spieler: 

96 von bis
St. Pauli von bis
Modachirou Amadou
2000 - 2001
2001 - 2003
Gerald Asamoah
1996 - 1999
2010 -
Rachid Belarbi
1985 - 1989
1992 - 1993
Stefan Blank
1998 - 2000
2003 - 2003
Morad Bounoua
1999 - 2002
2003 - 2005
Fabian Gerber
1998 - 2000
2000 – 2001
2003 - 2003
Franz Gerber
1984 - 1986
1972 – 1974
1976 – 1978
1986 – 1988
Leonardo Manzi
1996 - 1997
1989 - 1996
Michél Mazingu
2000 - 2001
1995 – 1996
2004 – 2007
Heinz Müller
1997 - 2001
2003 - 2003
Babacar N'Diaye
1997 - 2000
2003 - 2003
Horst Neumann
1981 - 1984
1971 - 1979
Udo Nix
1963 - 1967
1967 - 1969
Jens Rasiejewski
1996 - 1999
2002 - 2003
Jürgen Rynio
1979 - 1986
1976 - 1979
Daniel Stendel
1999 - 2006
2006 - 2007
Waldemar Steubing
1991 - 1995
1988 - 1991
Stefan Studer
1994 - 1995
1982 - 1988
Karsten Surmann
1980 - 1992
1992 - 1993
Carsten Wehlmann
2002 - 2002
1995 - 2000
Niclas Weiland
1995 - 1997
1994 - 1995