Donnerstag, 1. Januar 2009

Ein Wolf unter Schafen


1. FC Kaiserslautern
21 Spiele
ein Sieg
5 Unentschieden
15 Niederlagen
18:46 Tore

Kennt jemand noch Frank Wolf, 1990 vom VfB Kiel gekommen?  Wahrscheinlich die wenigsten, denn er war nicht ein wirklich Großer (1, 75 m), hat nur 30 Spiele von 1990 bis 1993 für St. Pauli absolviert (91/92 war er in Ungarn tätig) und nur ein Tor geschossen.  Das allerdings verdient besondere Beachtung, denn sein Treffer am 06.10.90 in der 90. Minute markierte das 1:0  gegen Kaiserslautern und damit den Treffer zum einzigen Sieg gegen die Pfälzer.  Ansonsten gibt es wohl kaum einen Verein, gegen den unsere Bilanz so bescheiden ist:  Wenn die Statistik nicht lügt, kann man bestenfalls auf ein Unentschieden hoffen zu Hause, denn das gelang immerhin schon zweimal, doch fünfmal verließen die Betzebuben auch das Millerntor als Sieger.  Auf neutralem Platz spielte St. Pauli im Rennen um die Deutsche Meisterschaft 1949 zunächst 1:1 in Bremen, um dann das Rückspiel 1:4 in Düsseldorf zu verlieren, obwohl Appel die Führung erzielt hatte.  Am Betzenberg gab es bisher auch bestenfalls ein Unentschieden zu holen:  ein 1:1 89/90, wo Zander eine Führung von Labbadia ausgleichen konnte und ein 0:0 in der Saison 95/96, das im Übrigen auch das einzige torlose Spiel der beiden Mannschaften.  Ansonsten fielen immer Tore, im Schnitt 3,04; die meisten beim legendären Hinspiel letzte Saison, das 3:4 endete. 2:0 lag St. Pauli durch Takyi und Trojan vorne, doch schon nach einer halben Stunde stand es 2:2; Simpson und Jendrisek hatten ausgeglichen und dann gingen die Betzebuben auch noch kurz vor der Pause durch Broniszewski in Führung.  Nach der Pause der Ausgleich durch Meggle, bis Bellinghausen einen nicht unhaltbaren Schuss an Paddy Borger vorbei zum Sieg der Lauterer versenkte, obwohl es noch zahlreiche Chancen auf beiden Seiten gab und das Spiel wohl auch 6:7 oder 8:7 hätte ausgehen können. Meggle war es im Übrigen, der für den letzten Punktgewinn am Millerntor gesorgt hatte 2001/02, als er eine Führung von Lincoln zum 1:1 Unentschieden ausglich (69.) ... beim Hinspiel stand er damals nicht auf dem Platz, das war die höchste Klatsche, die St. Pauli je gegen Lautern bezog.  Katze Bulat hielt einen Elfer von Harry Koch, Marcao brachte den FC in Führung, doch dann hagelte es fünf Gegentore, durch den Jetzt-Ingolstädter Lokvenc, Harry „the Frisur“ Koch, den späteren Schalker Exzentriker Lincoln und zwei von Miro Klose.  An jene Tage kann sich sicher noch Trainer Stanislawski erinnern, denn der stand bei beiden Spielen auf dem  Platz.  Und unser Desaster hatten wir ja schon, das 1:4 im Hinspiel, wo immerhin David Hoilett sein bisher einziges Saisontor gelang, Goofy den schnellsten zweiten Saisonplatzverweis aller zwei Bundesligen kassierte und Schiri Schalk mit den ganzen Dunkelhäutigen auf dem Platz soweit überfordert war, dass er Hoilett die Gelb-Rote Karte zeigte, obwohl der vorher noch nicht mal Gelb gesehen hatte (zum Glück korrigierte das der Linienrichter).  Vielleicht werden sich dieses Rückspiel auch einige der Ehemaligen ansehen, die bislang für beide Vereine aufgelaufen sind, wobei vor allem drei Spieler zu erwähnen wären:  der kleine Dribbler Cem Karaca kam 1997 vom Betzenberg und blieb drei Jahre am Millerntor; zwei Jahre zuvor wechselte der Metzger Bernd H. nach Kaiserslautern, um dann ein halbes Jahr später wieder in Hamburg aufzutauchen, allerdings mit der Raute auf der Brust.  Knapp zwanzig Jahre früher kam eine Ikone aus dem Südwesten auf den Kiez; von 1976 bis 1982 fegte der härteste Schornsteinkehrer Deutschlands, Walter Frosch, so ziemlich alles weg, was ihm vor die Füße kam, egal ob in erster, zweiter oder dritter Liga ... Frosch würden wir auf jeden Fall einen Besuch der Tribüne wünschen nach seiner schweren Krankheit im November des letzten Jahres  

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