Montag, 20. Oktober 2008

SAME SHIT EVERY YEAR




2.BL:  
fc augsburg - fcstp  2:1

Ich könnte ja nun jetzt meinen Augsburg-Bericht aus der letzten Saison rausholen und abschreiben ...alles klasse, bis auf das Ergebnis, aber so ganz stimmt das noch nicht.  Was auf jeden Fall stimmte wie im letzten Jahr:  „Wenn du nach Augsburg fährst, dann nimm die Sonnenmilch mit“ (aber wirf sie vor dem Stadion weg, denn du darfst sie nicht mit reinnehmen).  Was für ein goldener Oktobertag, mein Begleitung auch voll Euphorie und schwärmte von nie wiederkommenden Möglichkeiten eines ersten Auswärtssieges.  Ich war bescheidener und hätte mir mal einen Punkt gewünscht, obwohl ein Sieg vielleicht nie auswärts wieder zu erringen gewesen worden wäre.  Denn neben den heimlichen Sympathien vieler Menschen aus der Region für uns hofften auch viele FCA Fans, dass wir Trainer Fach und oder Manager Rettig in die Arbeitslosigkeit schießen würden.  Wieder mal entspannte Ankunft, gerade mal zwei Polizisten am Bahnhof und dann gleich vom Bahnhof zum Biergarten Sonnenglück, zu Fuß – wobei wir durch einen obskuren Tunnel marschierten, der statt mit Graffitis mit Engelsbildern bemalt war und mit klassischer Musik beschallt wurde.  Ich habe mich dann relativ früh verabschiedet, um vor dem Stadion den Menschen des Südens des Übersteiger nahe zu bringen, habe auch viele Hefte verkauft, sogar die Staatsmacht interessierte sich für unsere Ausgabe ... plötzlich standen drei Polizisten vor mir, einer fragte: „darf ich mal die Zeitung sehen, die sie da verkaufen?“ – „Ja sicher“ (ich bin ja ein Netter).  Der Gewaltmonopolvertreter nimmt die Postille in die Hand, schaut sich das Cover an, liest die Artikelübersicht, schlägt das Heft auf, schlägt es wieder zu und gibt es mir mit einem Dankeschön, woraufhin die Staatsmacht wieder abzog.  Ewig lange Kontrollen danach am Eingang, wie üblich – man hätte die letzten zwei Tore vielleicht mal eine halbe Stunde früher aufmachen können und man könnte vielleicht auch mal ein Schild aufstellen, dass es für Frauen einen gesonderten Eingang gibt.  Und man könnte, wenn St. Pauli kommt, auch mal die dritte Bierbude aufmachen, dann hätte ich nämlich das 1:0 für St. Pauli auch sehen können.  Was danach passierte, hätte ich dann wohl eher gern verpasst. Das davor im Übrigen auch, denn es war bis dahin ansich eine ziemlich grobmotorische Veranstaltung, die mich stark an die erste Hälfte von Meiendorf gegen VfL 93 erinnerte.  Einziges Hochlicht des Tages war in allen Minuten, die er auf dem Platz stand, David Hoilett ... wir haben neben Trojan einen zweiten ECHTEN Techniker im Team, unglaublich – den Wayne Gretzky des kanadischen Fußballs.  Über den Ausgleich kann man streiten, muss man aber nicht, allerdings verließ der Schiri damit seine kleinliche Linie.  Positiv, wie die Mannschaft dann wieder zurück kam durch Schulle, der sich neben Bruns und Ebbers noch ein Fleißbienchen verdiente.  Aber das war’s denn leider auch.  Wir müssen dringend beantragen, dass Fußballspiele in Zukunft noch nur 75 Minuten dauern.  Drei Wechsel brachen der Mannschaft das Genick – mit Schulle ging die Ordnung, mit Bruns die Dynamik und mit Hoilett die spielerische Klasse und als Christ zum finalen Freistoß pfiff, hab ich nur zu meiner Begleitung gesagt ... „ich geh jetzt, ich bin zu alt für so ’ne Scheiße, das Ding geht rein“; nur so, blödes Gefühl. Mathias Hain rettet Arbeitsplätze!!!  Und verdammt, haben wir jetzt etwa schon wieder eine Torwartdiskussion, wo ein Teil der Fans nach dem Spiel „I want my Bene back“ sang, vereinzelt, doch vernehmbar.  Die Krönung des ganzen schön begonnenen Tages ereignete sich dann gleich wieder im Biergarten nebenan: ein Frustbier vor dem Rückmarsch. Am Nebentisch sammelt sich eine Gruppe von halbbetrunkenen St. Pauli Anhängern, den Biergarten betritt eine vollkommen betrunkene Gruppe von St. Pauli Anhängern, allesamt vielleicht so zwischen 17 und 20, würde ich schätzen, von denen hatte einer von der zweiten Gruppe scheinbar mit einem von der ersten Gruppe noch was auszufechten und plötzlich Gläserklirren, Stühle umfliegen, Hauerei, Gerangel und wieder und wieder.  Wir sind dann einfach nur gegangen – die Polizei kam schon an, gerufen von Beteiligten ... sollen die den Job machen (Gewaltmonopol und so).  War auf jeden Fall ein unschöner Abschied.  Am Bahnhof war wieder alles entspannt, aber diese Fahrt war nicht wie die im Jahr zuvor.  Den Bahnhof bauen sie gerade um. Und wenn auch Augsburg seine Multifunktionsarena bekommt, die dann wohl nächstes Jahr fertig werden wird und dann mitten in der Pampa liegt, wird auch dem Besuch dieser freundlichen Stadt ein weiteres Teil seines Flairs verloren gehen  

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