Sonntag, 12. April 2009

Denk ich an Frankfurt in der Nacht...


FSV Frankfurt

3 Spiele
2 Siege
kein Unentschieden
eine Niederlage
6:2 Tore


... dann dachte fußballtechnisch bis zum 12.12.2008 (nein, es war nicht der 11.11.) ansich immer an die Eintracht und die Duelle des FC gegen sie, bis uns ein Herr namens Emil Noll den FSV Frankfurt ins Bewusstsein zurückbrachte.  St. Pauli tritt an beim damaligen Tabellenletzten der 2. Liga und alles freut sich auf den zweiten Auswärtssieg, bis in einem Grottenkick in der 88. Minute Herr Noll zum 1:0 für den FSV traf, so das Endergebnis markierte und allen St. Pauli Fans das Weihnachtsfest versaute.  Mann hätte es ahnen können, der Mann hat letztes Jahr noch in Paderborn gespielt und alle, die letztes Jahr beim 1:4 dabei waren, wissen, was das Wort Spielverderber bedeutet.  Nun sind sie also zu Gast am Millerntor, die kleinen Frankfurter aus dem Stadtteil Bornheim – das gab es noch nicht so oft, genauer gesagt nur einmal bislang.  Denn die größten Erfolge des FSV liegen nun schon lange zurück, vor dem zweiten Weltkrieg – 1925 deutscher Vizemeister, 1933 süddeutscher Meister und 1938 Pokalfinalist -  danach wurden die Bornheimer immer mehr von der Eintracht in den Schatten gestellt.  Beim Bundesligastart 1963 war dann logischerweise auch die Eintracht erstklassig, während der FSV Regional- oder sogar Amateurliga spielte.  1972 wurde man immerhin Deutscher Amateurmeister.  Von 1975 bis 1981 war man dann Dauergast in der 2. Bundesliga Süd, verpasste aber die Qualifikation zur eingleisigen zweiten Liga.  82/83 gab man dort ein kurzes Gastspiel,                                danach hieß es denn wieder ab in den Amateurfußball.  Was einstmals Schlangen-Franz Gerber für den Norden (St. Pauli, Celle, Hannover) war, war der „schwarze Abt“ Klaus Gerster für die Rhein-Main Region: 1993 wirkte er in Bornheim als Manager und brachte den FSV wieder in die zweite Bundesliga, wo er 94 sogar den Trainerposten  übernahm, allerdings konnte auch er das Desaster nicht verhindern.  Sein Team übernahm am vierten Spieltag den letzten Tabellenplatz, den es konsequent bis zum Schluss besetzte und im März 95 war man Gersters Dienst denn auch überdrüssig am Bornheimer Hang.  Aus dieser Saison datieren denn auch die beiden einzigen Duelle mit dem FC vor jenem unseligen 12.12.08, in denen der spätere Aufsteiger St. Pauli mit dem späteren Absteiger FSV damals keine Mühe hatte.  Am Millerntor gab es ein 3:0 (Scharping / 6. – Driller / 29. – Szubert / 90.), wobei Drillo in der 60. Minute sogar noch mit einem Elfer an Keeper Ernst scheiterte.  Am vorletzten Spieltag gewannen die Unseren mit 3:1, wobei Milovanovic in der 40. die Führung von Trulsen aus der 5. egalisieren konnte; in der 2. Halbzeit schossen Szubert in der 65. und Pröpper in der 78. per Elfmeter aber einen klaren Sieg heraus.  Im Kader der Frankfurter standen damals zwei Spieler, die später auch noch ihre Schuhe am Millerntor schnüren sollten: Demir Duric 96/97 und Jens Rasiejewski, 2002/03.
Nach dem Abstieg aus der 2. Liga stieg der FSV auch gleich noch in die Amateur-Oberliga ab, der man 2007 entkommen konnte, um ein Jahr später dann „überraschend“ den Durchmarsch in die 2. Bundesliga zu schaffen.  Ich habe an solchen Überraschungen immer meine Zweifel...Hyundai und die Frankfurter Volxbank heißen die Hauptsponsoren; das Stadion am Bornheimer Hang wird zukünftig auf 15.000 Plätze ausgebaut und Frankfurter Volksbank Arena heißen, weswegen der FSV seine Heimspiele diese Saison in der Commerzbank-Arena austragen wird und für alle, die im Dezember da waren, eine ziemlich trostlose Angelegenheit darstellen; 7.700 Zuschauer „füllten“ beim Hinspiel das weite Rund, wobei der St. Pauli Block der gefühlt dichtbesetzteste Teil des Stadions war.  Mal schauen, wie viele Fans den FSV ans Millerntor begleiten werden.  Von der Atmosphäre, die die Spieler dort erwarten wird, können zwei Mitglieder aus dem aktuellen Kader des FSV ihren Kollegen erzählen, da sie selbst für Braun-Weiß aufgelaufen sind: Mathias Cenci, der argentinische Stier, der 2001 bis 2003 bei uns kein rotes Tuch durchtrennt hatte (letzte Saison traf er immerhin 17 mal für den FSV) und Thomas Sobotzik, von 1995 bis 1997 bei uns am Ball, mit 33 wohl über das Stadium eines ewigen Talentes hinaus nach einer wahren Fußball-Weltreise mit acht Vereinen in elf Jahren. und nun wohl auch in Bornheim zu den Auslaufmodellen gehört, denn er hat diese Saison noch kein Spiel bestritten. Ach ja ... erwähnte ich schon: die Herren Cenci und Sobotzik stehen beide bei dem selben Spielerberater unter Vertrag ... Klaus Gerster (ebenso wie die Herren Klandt, Klitzpera, Husterer, Weißenfeld, Mehic, Theodoridis und Kreuz aus dem aktuellen Kader der kleinen Frankfurter.  

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