Mittwoch, 21. April 2010

Das Schreckgespenst


SC Paderborn 07
7 Spiele
4 Siege
kein Unentschieden
3 Niederlagen
11:9 Tore

„Es gibt im Fußball keine vermeidlich Kleinen mehr“ quiekt es aus den Tiefen des Phrasenschweins. Wohl wahr, auch wenn das sicher für die Nationalmannschaften noch mehr gilt als für die Vereine. Ein talentierter gebürtiger Ghanaer wird im Zweifelsfall für Ghana spielen – wer in Paderborn das Licht der Welt erblickt hat, wird nicht zwingend für seine „Heimatstadt“ auflaufen. Ja, Paderborn...dass ich mich damit nochmals auseinandersetzen muss. Ich dachte, ich könnte ein wenig lustiges Gegner-Bashing betreiben und mich dann den Aufstiegsfeierlichkeiten widmen. Jetzt ist das, da wegen des Redaktionsschlusses noch drei Spieltage anstehen, Makulatur und vielleicht sollte ich diesen Artikel statt Paderborn lieber der Historie des FC St. Pauli in den diversen Relegationsspielen widmen, aber dafür reicht weder meine Weisheit noch meine Voraussicht. Paderborn also, ein vermeidlich Kleiner. Generell werden Aufsteiger in die 2. Liga auch fast immer gleich als heißeste Abstiegeskandidaten gehandelt und so ist es ein echtes Novum, dass von den drei Aufsteigern keiner schlechter als Platz 10 rangiert. Aber gut, es gibt halt keine Kleinen mehr, insofern kann man dem FC St. Pauli auch keinen Vorwurf machen, sie hätten ihre Punkte gegen die sogenannten „Großen“ liegengelassen und Düsseldorf und Union, zwei Aufsteiger, plötzlich dazuzählen, nur weil die so erfolgreich spielen. Liegengelassen haben wir zwei Punkte bei jenem unsäglichen 0:0 gegen Frankfurt. Und liegen gelassen haben wir Punkte, ob einen oder drei, im Hinspiel gegen – richtig – den SC Paderborn, eine 1:2 Niederlage, so unnötig wie ein Kropf. Ich will ja nicht an jene Schneeballschlacht 2006 gegen Werder Bremen bei ähnlichen Platzverhältnissen erinnern...damals waren wir die Arbeiter, die die Künstler besiegten. Gegen Paderborn war es genau andersrum; brotlose Kunst. Was natürlich Hoffnung macht, ist die Tatsache, dass wir am Millerntor bisher immer gegen die Ostwestfalen (ich liebe dieses Wortkonstrukt, schließlich komme ich aus Südnordfriesland) bislang in drei Partien immer als Sieger vom Platz gegangen waren. Vom letzten Sieg 2007 können noch eine ganze Menge Spieler Kunde tun – von den „Damaligen“ werden wohl Rothenbach, Boll, Takyi und Bruns dieses Mal in der Startelf stehen. Beim SC, der nach der Saison 2008 abstieg, sind heute mit Krösche und Halfar überhaupt nur noch  zwei Spieler von damals im Kader. Die Herren Löbe und Koen sind es zum Glück nicht mehr, denn sie könnten den anderen von einer echten Gruselveranstaltung erzählen.
Ich glaube, der 30.03.2008 ist auch ein Tag, den Paddy Borger nicht in bester Erinnerung haben dürfte. Wenn ich die Top-10 der beschissensten je von mir besuchten Spiele des FC St. Pauli wählen müsste: da steht auf Platz 1 das 0:6 beim VfB Lübeck im August 2002, GAAANZ knapp gefolgt vom 1:5 beim TSV 08/15 München letzte Saison. Aber auf sicher folgt den beiden mit nicht mal weitem Abstand jener 30.03.2008, jenes vollkommen irrationale und unsinnige 1:4 gegen den SCP, ein Spiel, das mir auf ewig auch durch die Umstände in Erinnerung bleiben wird mit seinem grenzenlos überzogenen Polizeieinsatz und den anderen sehr grenzwertigen Erfahrungen. Insofern, auch wenn der Ostwestfale ansich ein netter Mensch sein mag, seine Chance, ein guter Gastgeber zu sein, hatte er an diesem Tag verwirkt. Nun bietet sich am heutigen Tag den Paderbornern die Chance, wenigstens ein guter Gast zu sein, reichlich Geschenke zu verteilen und dann dürfen sie auch gerne mitfeiern, wenn wir uns hoffentlich aus der 2. Bundesliga verabschieden. Die Geschichte der Aufstiege des FC, die Geschichten aus der Relegation oder die Geschichte des tragischen Scheiterns, die behalte ich mir jetzt notgedrungen für die 100 vor. //greetzb.


bei St. Pauli
bei Paderborn
Marc Gouiffe à Goufan
seit 07.08
07.05 – 06.08
David Hoilett
07.08 – 07.09
11.07 – 06.08
Ferdi Günter
01.09 – 06.09
07.08 – 12.08

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