Dienstag, 20. März 2012

Die Energie Regel


FC Energie Cottbus
13 Spiele 
5 Siege 
4 Unentschieden 
4 Niederlagen 
24:20 Tore

Hol’s der Geyer, könnte man sagen...wieder so ein Trainerikonenverein wie der KSC. Von 1994 an schwang der Grantler-Ede das Szepter im Stadion der Freundschaft zehn Jahre lang. 1997 gelang der Sprung in die zweite Liga, nur eine Woche später stand Energie im Finale um den DFB Pokal, das damals mit 0:2 gegen das magische Dreieck des VfB Stuttgart verloren ging. Aber die Cottbusser waren erst (nach den Hertha Bubis) der zweite Amateurverein, dem dieses Kunststück gelang.  2000 klappte sogar der Aufstieg in die Bundesliga. Dort erregten die Lausitzer am 06.04.2001 bundesweites Aufsehen, als Ede Geyer gegen Wolfsburg eine Mannschaft auf’s Feld schickte, in der kein Deutscher in der Startformation stand. Drei Jahre hielt man sich in der Eliteklasse, dann ging es wieder runter und nachdem der Wiederaufstieg verpasst wurde, war auch mit der Geyer-Ära Schluss. Sein Nachfolger, Petrik Sander, führte Cottbus wieder in die 1. Liga, auch dieses Intermezzo dauerte drei Jahre, dann ging’ nach erfolgloser Relegation gegen den Club wieder zurück ins Unterhaus. Dort übernahm das Mad Man Pele Wollitz das Traineramt mit der Maßgabe: „neue Mannschaft aufbauen“ und „sofortigen Wiederaufstieg schaffen“. Ersteres Ziel wurde klar verfehlt und zweiteres Ziel wurde ziemlich kontrakariert, als feststand, dass mit Jula, Shao und Petersen gleich drei Leistungsträger der Offensive abgegeben wurden, die nicht adäquat ersetzt wurden. So war fast schon klar, daß Psycho-Pele irgendwann die Klotten hinschmeißen würde. Aber, gräm dich nicht, lieber Pele (ich mag den wirklich!!!), denn du hattest nie eine reale Chance, denn (und damit erkläre ich auch die krude Überschrift) seit 1988 gilt bei Cottbus die Dreijahresregel – und zwar konsequent. Energie steigt immer im Drei-Jahres-Rhythmus auf oder ab: 91 hoch – 94 runter – 97 hoch – 2000 nochmals hoch – 03 runter – 06 hoch – 09 runter. 2012 könnte das erste Jahr werden, indem diese Regel durchbrochen werden könnte, denn Cottbus wird wohl in diesem Jahr weder mit dem Auf- noch mit dem Abstieg etwas zu tun haben.
Inzwischen steht mit dem Bommerrudi ein kompletter Gegenentwurf zu Geyer und Wollitz an der Seitenlinie, mit dem die Lausitzer aber auch nicht so recht aus dem Quark kommen: ein Sieg (gegen Aue!!!) – drei Niederlagen, drei Unentschieden (darunter der Achtungserfolg gegen Düsseldorf) stehen in seiner Bilanz seit Jahresbeginn. Immerhin amtiert er also schon seit sieben Spieltagen und Cottbus befindet sich auf Platz 11 der Tabelle, da müssen wir weder Trainer- noch sonstige Aufbauhilfe leisten. Zumal unsere Bilanz gegen Cottbus in der zweiten Lia doch erfreulich aussieht. Denn von den vier Niederlagen kassierten wir nur eine in Liga zwei und keine davon zu Hause. Was wir gegen Cottbus nicht können ist Pokal – 96/97 waren es die Herren Springer und Scherz, denen im Viertelfinale die Nerven im Elfmeterschießen versagten. 2004/05 in der ersten Runde war es ein klares 1:3 am Millerntor. Die einzige Zweitliganiederlage setzte es in der Grottensaison 99/2000 – das Hinspiel hatten wir noch durch ein Tor von Polunin gewonnen und auch das Rückspiel war eine knappe Angelegenheit: Heidrich brachte Cottbus in Führung, Polunin glich aus, Miriuta 2:1, der ewige MARIN zum Ausgleich und die ewige Cottbus-Glatze wieder zum 3:2. Ein Highlight war das Spiel für unseren Mittelfeldmann Dirk Wolf – in der 85. Minute eingewechselt, und knappe zwei Minuten mit einer roten Karte wieder draußen...na ja, konnte er sich das Duschen wohl sparen.
Am Millertor ist die Bilanz gegen die Lausitzer allerdings nicht so wirklich klasse: das 1:0 hatte ich ja schon erwähnt, die Niederlage im Pokal ebenso. In der einzigen gemeinsamen Bundesligasaison gab’s einen überzeugenden 4:0 Sieg am Millerntor (für den sich Cottbus im Rückspiel mit demselben Ergebnis revanchierte). Was man festhalten kann: wenn ein Spieler doppelt trifft, dann gibt es einen Sieg für die Mannschaft des Doppeltorschützen. Das trifft auf fünf von neun Spielen zu, in denen eine der Mannschaften als Sieger vom Platz ging – zweimal gab es nur ein 1:0, dann gewinnt immer St. Pauli, einmal gab es das Elfmeterschießen und nur bei dem Pokalsieg 2004 vier hatte Cottbus drei verschiedene Torschützen (ansich sogar vier, denn mit dem Eigentorschützen Nikol schossen die Cottbusser auch das Tor für St. Pauli). Beim Hinspielsieg in Cottbus schossen neben Ebbers noch Schachten und Kruse die Tore für den FCSTP. Den Ehrentreffer zum 1:3 besorgte damals ein gewisser Alexander Ludwig.

Saison
Sieger
Ergebnis
Doppeltorschütze
98/99
St. Pauli
0:3
Marin
99/00
Cottbus
3:2
Miriuta
01/02
St. Pauli
4:0
Patschinski
01/02
Cottbus
4:0
Topic
11/12
St. Pauli
1:4
Ebbers

Apropos Lude…damit wären wir auch schon bei jenen Spielern, die einstmals beide Trikots getragen haben: Lude ist einer von ihnen, aber nicht der einzige, wobei es nur wenige Verbindungen zwischen beiden Vereinen gab.


St. Pauli
Energie
Alexander Ludwig
07.07 – 07.09
07.11 -
Björn Brunnemann
07.07 – 07.09
07.03 – 07.05
Toralf Konnetzke
01.01 – 07.02
07.00 – 01.01
07.89 – 07.98
Marcel Rath
07.00 – 07.02
07.99 – 07.00
Moudachirou Amadou
07.01 – 07.03
07.97 – 07.99

Soweit denn dazu...Alex Ludwig hat seit dem Jahres- und Trainerwechsel kein Spiel mehr bestritten, ist momentan mit Rückenproblemen außer Gefecht gesetzt und wird wohl auch am Millerntor nicht auflaufen. Das mag vielleicht ein positives Signal sein. Allerdings sollte man eines nicht vergessen: wann immer der FC in Cottbus gewonnen hatte, gab es am Millerntor nur ein Unentschieden. Diese Serie darf denn auch gerne reißen – genauso wie die Energie Regel brechen wird.

Keine Kommentare:

Kommentar posten