Donnerstag, 4. Oktober 2018

HARBURG 09/2018

Am 26.09.2018 wurden im Rahmen einer Gedenkveranstaltung im Kulturzentrum Riekhof 24 neue Stolersteine im Bezierk Harburg verlegt, in den Stadtteilen Eißendorf, Harburg-Stadt und Wilstorf :


 Anna Kaufmann, geb. Goldschmidt, geb. am 19.12.1889 in Harburg, deportiert am 25.1.1942 von Berlin nach Riga, ermordet. Großer Schippsee 44, Harburg
 Karl Prignitz, geb. am 11.5.1880 in Ahrensburg, verhaftet, angeklagt und verurteilt wegen `Wehrkraftzersetzung´ in den Jahren 1943 und 1944, eingewiesen in das Polizeigefängnis Fuhlsbüttel, nach der Strafverbüßung verstorben an den Haftfolgen am 19.9.1945. Harburger Schlossstraße 2, Harburg
 Toni Neufeld, geb. Katzenstein, geb. am 20.12.1867 in Harburg, deportiert am 15.7.1942 nach Theresienstadt, weiter deportiert am 21.9.1942 nach Treblinka, ermordet.
Neue Straße 52, Harburg

Jonny Aljes, geb. am 25.1.1867 in Harburg, eingewiesen in die Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg´, `verlegt´ in die `Landesheilanstalt Herborn´ am 22.4.1941, weiter verlegt in die `Landesheilanstalt Hadamar´ am 21.5.1941, ermordet am 21.5.1941. Schlossmühlendamm 21, Harburg
 Munisch Hoffmann, geb. am 3.6.1881 in Stanislau (heute: Iwano-Frankivsk), ausgewiesen nach Zbaszyn am 28.10.1938. Schlossmühlendamm 10, Harburg
 Marie Hoffmann, geb. Zuer, geb. am 5.4.1882 in Leipzig, ausgewiesen nach Zbaszyn am 28.10. 1938.
Schlossmühlendamm 10, Harburg
Elsa Traub, geb. Markus, geb. am 20.10.1883 in Harburg, deportiert nach Lodz am 30.10.1941, ermordet im Mai 1942.
Lüneburger Straße 2, Harburg
Bernhard Schreiber, geb. am 8.11.1914 in Harburg, verhaftet, angeklagt und verurteilt wegen Vorbereitung zum Hochverrat im Jahre 1934, eingewiesen in das Gefängnis Neumünster, eingezogen zum Wehrdienst im `Bewährungsbataillon 999´ am 15.11.1942, vermisst.
Wilstorfer Straße 45, Harburg
Heinrich Ahrens, geb. am 8.9.1906 in Harburg, wegen `Vorbereitung zum Hochverrat´ und `Wehrkraftzersetzung´ durch das Militärgericht der deutschen Wehrmachts-Dienststelle in Bordeaux am 20.5.1943 zum Tode verurteilt, erschossen am 9.7.1943.
Kalischer Straße 22, Harburg 

Wilhelm Brunke, geb. am 21.1.1903 in Harburg, verhaftet wegen Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz am 14.12.1940, eingewiesen in das `Arbeitserziehungslager´ Breitenau am 26.12. 1940, überstellt in das KZ Dachau am 16.5.1941, ermordet am 5.8.1942.
Maretstraße 45, Harburg
Horst Aschoff, geb. am 10.10.1930 in Harburg-Wilhelmsburg, eingewiesen in die `Rotenburger Anstalten der Inneren Mission´ am 17.3.1934, `verlegt´ in die `Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg´ am 9.10.1941, ermordet am 12.1.1944.
Maretstraße 50, Harburg
Hermann Hossfeld, geb. am 26.6.1905 in Hohendorf, verhaftet, angeklagt und verurteilt wegen Vorbereitung zum Hochverrat im Jahre 1933, eingezogen zum Wehrdienst im `Bewährungsbataillon 999´ am 2.2.1943, vermisst.
Eddelbüttelstraße 7, Harburg
Emil Führer, geb. am 27.2.1902 in Klein Baitschen, verhaftet, angeklagt und verurteilt wegen `Vorbereitung zum Hochverrat´ im Jahre 1934, eingewiesen in das Polizeigefängnis Fuhlsbüttel, eingezogen zum Wehrdienst im `Bewährungsbataillon 999´, umgekommen auf dem Heimtransport aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft am 24.10.1945.
 Baererstraße 7, Harburg
Luise Schulze, geb. Hoenig, geb. am 18.6.1906 in Harburg, eingewiesen in die Provinzial-Heil- und Pflegeanstalt Lüneburg am 22.7.1936, `verlegt´in die Landesheil- und Pflegeanstalt Herborn am 22.4.1941, weiter `verlegt´ in die Landesheil- und Pflegeanstalt Hadamar am 28.5.1941, ermordet am 28.5.1941.
Winsener Straße 37, Wilstorf
Heinrich Meier, geb. am 12.12.1891 in Harburg, verurteilt am 17.12.1943 zu 18 Monaten Zuchthaus wegen Verstoßes gegen das Rundfunkgesetz, befreit am 10.4.1945 aus dem Zuchthaus Hameln, verstorben am 5.11.1946 an den Haftfolgen.
Reeseberg 19, Wilstorf
Günther Fitschen, geb. am 15.7.1933 in Harburg-Wilhelmsburg, eingewiesen in die `Alsterdorfer Anstalten´ am 18.5.1937, `verlegt´ in die `Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen´ am 10.8.1943, ermordet am 29.4.1945.
Winsener Straße 19, Wilstorf
Max Fritsche, geb. am 26.7.1884 in Magdeburg, verhaftet, angeklagt und verurteilt wegen `Verstoßes gegen das Rundfunkgesetz´ in den Jahren 1939 und 1940, anschließend eingewiesen in das Zuchthaus Luckau, überstellt in das KZ Sachsenhausen im Februar 1942, ermordet am 15. Februar 1945.
Eißendorfer Straße 193, Eißendorf
Ernst Lübkemann, geb. am 16.10.1891 in Verden a. d. Aller, verhaftet, angeklagt und verurteilt wegen `Wehrkraftzersetzung´ im Jahre 1944, eingewiesen in das Zuchthaus Hameln, umgekommen am 5.5.1945.
Hoppenstedtstraße 59, Eißendorf
Albert Voigts, geb. am 4.6.1904 in Harburg, angeklagt wegen Vorbereitung zum Hochverrat im Februar 1943, eingewiesen in das KZ Sachsenhausen im Mai 1943, ermordet am 30.6.1943 Eißendorfer Straße 88, Eißendorf
Otto Petrich, geb. am 4.1.1913 in Harburg, verhaftet, angeklagt und verurteilt wegen Vorbereitung zun Hochverrat im Jahre 1933, erneut verhaftet, angeklagt und verurteilt wegen Vorbereitung zum Hochverrat in den Jahren 1937 und 1938, eingewiesen in das Zuchthaus Bremen-Oslebshausen, ermordet am 20.7.1944. Gazertstraße 21a, Harburg
Willi Böttcher, geb. am 15.11.1899 in Kietz, verhaftet, angeklagt und verurteilt wegen Verstoßes gegen das Rundfunkgesetz in den Jahren 1942 und 1943, eingewiesen in das Strafgefangenenlager `Elberegulierung´ in Griebo bei Coswig im März 1943, ermordet am 27.4.1943.
Eißendorfer Straße 79, Eißendorf
Bertha Bunsat, geb. am 17.6.1890 in Insterburg, eingewiesen in die `Alsterdorfer Anstalten´ am 29.4.1937, `verlegt´ in die `Landesheil- und Pflegeanstalt Am Steinhof´ in Wien am 16.8. 1943, ermordet am 26.11.1944.
Barlachstraße 14, Harburg
Edith Birnberg, geb. Weitz, geb. am 22.2.1901 in Harburg, deportiert am 20.9.1943 von Mechelen nach Auschwitz, ermordet. Haeckelstraße 10, Harburg
Franziska Joseph, geb. Horwitz, geb. am 11.9.1890 in Oldenburg, deportiert am 1.11. 1941 von Berlin nach Lodz, ermordet am 15.5.1942. 
Hastedtstraße 20, Harburg 

wie schrieb einer, der das album auf meiner FB-seite gesehen hatte:
"eine todesspur ohne gleichen"...

für wahr, zu erwandern in nicht mal zweieinhalb stunden...
ich mache solche wanderungen ja mit vorliebe an sonntagen oder feiertagen und mit vorliebe morgens, dann wird man nicht von anwohnern oder anderen menschen gestört, die einen zumeist nur doof angucken, warum man die steine fotographiert.
neben zwei steinen, die ich fotografiert habe, fanden sich noch die reste der rosen, die bei der einlassung der steine auf dem pflaster neben diesen niedergelegt wurden. 

 die werden auch bald weg sein...und dann bleibt nicht mehr als eine 10x10 cm große messingplatte auf dem pflaster für ein menschenleben, das unter der diktatur der nationalsozialisten ausgelöscht wurde...

..werden viele der steine auch von den umwelteinflüssen verblassen, werden menschen auch nicht drüber stolpern, sondern drüber latschen, kaugummi drauf spucken, kippen drauf austreten, nicht mal aus boshaftigkeit, sondern aus gedankenlosigkeit...
















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