Montag, 20. Februar 2012

Es kommt die Zeit...


Karlsruher SC

23 Spiele
9 Siege
9 Unentschieden
5 Niederlagen
35:31 Tore

Oder kommt sie nicht? Vielleicht träumen ja noch einige beim Karlsruher Sport Club Mühlburg Phönix e.V. von einer Zeit, in der der Winnie wieder winkt. In Zeiten, wo ein Otto Rehagel die Hertha retten soll, könnte man doch den guten alten Winnie auch mal wieder reanimieren. Schließlich waren die zwölf Jahre, in denen er als Trainer in Karlsruhe wirkte, so ziemlich die erfolgreichsten des Vereins (sieht man mal von der deutschen Meisterschaft der Phönizier im Jahr 1909 ab). Unvergessen das Wunder vom Wildpark, als der KSC 1993, nach 1:3 im Hinspiel den FC Valencia mit 7:0 aus dem Stadion fegte. Danach durfte der KSC noch fünf Jahre lang den FC Bayern und andere mit Talenten beliefern (Nowotny, Sternkopf, Kreuzer, Tarnat, Fink, Scholl, Kahn und Häßler), als die dann alle weg waren und man das Geld sinnlos verprasst hatte, war’s vorbei mit der Herrlichkeit und auch mit der Winnieherrschaft. Ich denke mal, auch wenn man ihn fragen täte – er wird nicht kommen. Zum einen lebt es sich in Thailand sicher auch nicht schlecht und zum anderen wird er sicher nicht vergessen haben, dass man 2006 das Maskottchen, einen Fuchs namens Swinny“ durch ein Wildschwein namens „Willi Wildpark“ ersetzt hat. Scheint ein wenig das Tischtuch zerschnitten. Abgesehen davon, dass es uns egal sein kann, wer gerade im Wildpark das Leitschwein gibt: von den 23 Spielen gegen den KSC stand bei zwölf Partien der Winnie an der Linie. Dreimal gewannen wir, allesamt zu Hause, dreimal gewannen Winnies Mannen, sechsmal trennte man sich Unentschieden. Die übelste Saison war dabei 1996/97...im Hinspiel zerlegte der KSC uns mit 4:0 mit einem lupenreinen Hattrick von Dundee binnen sieben Minuten, das Rückspiel ging mit 2:4 verloren, nachdem es bis zur 82. Minute noch 2:2 gestanden hatte. Das war im Übrigen die einzige Saison, in der beide Spiele gegen den KSC verloren gingen. Aber wir haben auch nur in einer Saison beide Spiele gegen den KSC gewonnen, das war 2009/10. Ebenfalls ein 4:0 am vierten Spieltag im Wildpark, das Spiel des Matze Lehmann damals: „Gewann jeden Zweikampf, räumte alles ab und erzielte zwei Freistoßtore“ resümierte der Kicker damals. Das Rückspiel am Millerntor gewann der FC mit 2:1 mit einem überragenden Rouwen Hennings (der auch im Hinspiel ein Tor selbst geschossen und eins vorbereitet hatte). Am Millerntor gewinnen konnte der KSC in der Prä-Winnie-Ära nie; aber da gab es eh nur zwei Aufeinandertreffen; 1973 bei dem Versuch beider Vereine, in die Bundesliga aufzusteigen. Das Hinspiel war damals ein 2:2 am Millerntor, das Rückspiel das torreichste Spiel, das beide Mannschaften überhaupt gegeneinander bestritten: 5:4 endete das Duell vor unglaublichen 2.500 Zuschauern im Wildpark. Geholfen hat es beiden Vereinen nichts – sie blieben in ihren Regionalligen. Aufsteiger war damals; man soll es kaum glauben, Fortuna Köln. In der Post-Winnie-Ära gab es für den KSC auch erst einmal was bei uns zu erben. Nämlich in jener Saison, als fast jeder mal durfte. 2002/03 gewannen die Badener 2:1 am Millerntor (das Rückspiel endete 1:1). Auf dem Platz für den KSC stand damals ein 22 jähriger Verteidiger namens Carsten Rothenbach. Nach menschlichem Ermessen wird er damit, wenn er denn beim Spiel gegen den KSC wenigstens auf der Bank platz nehmen darf, einer von zwei Spielern sein, der bei Spielen beider Vereine gegeneinander zumindest anwesend waren. Auf jeden Fall, ob auf dem Feld oder auf der Bank wird wohl bei uns Mahir Saglik dabei sein. Im Winter 2009 von Wolfsburg ausgeliehen, absolvierte er sieben Bundesligapiele für den KSC, davon nur eines von Beginn an und sechs als Joker. Mehr als eine gelbe Karte sprang dabei nicht heraus. Beide Vereine teilen sich einen Spieler mit einer besonderen Biographie: Jürgen Rynio begann 1967 seine Profikarriere beim KSC, setzte sich gegen den Stammkeeper durch, musste allerdings am Ende der Saison den ersten Abstieg des KSC aus der Bundesliga miterleben. Und auch seinen ersten persönlichen. Denn über seiner persönlichen Karriere leuchtete kein guter Stern. Als er 1976 bei St. Pauli anheuerte, war er 1969 mit Nürnberg und 1972 mit dem BvB bereits dreimal aus der ersten Liga abgestiegen; mit dem FC ereilte ihn 1978 dann zum vierten Mal dieses Schicksal. Ich schrieb ja von ZWEI Spielern, die bei Duellen St. Pauli – KSC für beide Mannschaften auf dem Platz standen. Dem geneigten Leser wird klar sein, wen ich mit dem zweiten neben Rothenbach meine: Denn im Hinspiel, das der FC 2:0 im Wildpark gewann,  stand für den KSC noch Florian Lechner auf dem Platz. Aber nach menschlichem Ermessen wird Lelle wohl nicht mehr für die erste Mannschaft der Badener auflaufen. Aussortiert bei uns auf eine ziemlich schäbige Art, abgeschoben zur Zweiten Mannschaft beim KSC, klagt er momentan gegen seinen Arbeitgeber, dass er bei den Profis oder wenigstens bei einem Fußballlehrer mittrainieren darf. Solch einen Abgang hat Flo natürlich nicht verdient. Vielleicht finden sich ja im Stadion ein paar aufmunternde Worte an ihn, falls er anwesend sein sollte.  //fuisligo



St. Pauli
KSC
Florian Lechner
2004 – 2011
2012 -
Hermann Bredenfeld
1973 – 1974
1974 – 1979
Carsten Rothenbach
2006 -
2000 – 2006
Jürgen Rynio
1976 – 1979
1967 – 1968
Mahir Saglik
2011 -
2009
Ralf Becker
1995 – 1997
2003 – 2005
Moudachirou Amadou
2001 – 2003
1999 – 2000
Gerhard Kleppinger
1997 – 1998 (Tr.)
1982 – 1984 

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