Samstag, 5. Mai 2012

ZWERGENAUFSTAND


SC Paderborn 07

9 Spiele
4 Sieg
1 Unentschieden
4 Niederlagen
13:12 Tore

Irgendwie kommt mir diese Saison ja so ein wenig wie ein Deja Vu vor. Ich fühle mich so ein wenig an die Spielzeit 97/98 erinnert. Auch damals waren wir aus der ersten Liga abgestiegen, auch damals träumte alles vom Wiederaufstieg (aber keiner sprach davon so wirklich). Auch damals waren wir rechtschaffen erfolgreich, wurden am Ende 4ter, 28 Spiele ungeschlagen...aber gefühlt war das eine Scheißsaison. 14 Spiele der 28 waren Unentschieden, davon acht Spiele 0:0; der April 1998 war komplett torlos, vier Partien nacheinander. Damals fehlten vier Punkte zum Aufstieg, Punkte, die man u.a. gegen den „Sensationsfünften“ FC Gütersloh liegengelassen hatte, gegen die man zweimal nur unentschieden gespielt hatte oder bei unnötigen Niederlagen gegen spätere Absteiger (z.B. ein 0:4 in Zwickau).
Erkennt sich da irgendjemand wieder in seinen Gefühlen diese Saison 2011/12?
Gerade in der Rückrunde?
Naja, es gibt ja einen gravierenden Unterschied: Zu dem Zeitpunkt, wo ich das schreibe, haben wir, wegen des Redaktionsschlusses noch alle Trümpfe selbst in der Hand; müssen halt Rostock und Dresden schlagen und dann am letzten Spieltag gegen Paderborn gewinnen UND so nebenbei muß Düsseldorf noch einmal straucheln.
Dann könnte es am letzten Spieltag zum echten Showdown kommen, sozusagen zu einer Prä-Relegation-Relegation. Ein Spiel, Do OR DIE; Paderborn oder wir.
PADERBORN...also 97/98 sind Frankfurt, Freiburg und Nürnberg aufgestiegen, allesamt arrivierte Kräfte, bekannt im Bundesligabetrieb.
Dieses Jahr ist Frankfurt wohl auch wieder mit dabei, aber mit Fürth haben wir schon einen lustigen Aufsteiger – auch so ein ewiger Zweitligist, immer mal wieder angeklopft und immer wieder verkackt...zu klein zu schlecht, Stadion, Infrastruktur, das Unterhaching Frankens. Und doch sind die Unaufsteigbaren plötzlich Aufsteiger. Das ist ansich Überraschung genug für die erste Liga, da muß es ja nicht auch noch Paderborn sein. Jedenfalls nicht, wenn wir das verhindern können. Anders als vor zwei Jahren, als wir schon aufgestiegen waren und am letzten Spieltag das unwichtigste Spiel der Saison gegen Paderborn spielten und die Partie sang- und klanglos 1:2 abgeschenkt hatten. Damals standen im Übrigen noch die Herren Saglik und Schachten im Kader der Paderborner und André S. an der Seitenlinie.
Das Spiel rangiert in meiner Reihe mieser Partien ziemlich weit oben, was aber auch an dem Verein liegen mag und dem Umgang mit „Gäste“-Fans...mit Paderborn verbinde ich ziemlich unangenehme Erinnerungen.
Ich kann natürlich nicht beurteilen, wie die Paderborner das mit anderen „Gästen“ machen, aber als Anhänger des FC St. Pauli fühlte ich mich in beiden Partien, in denen ich Paderborn besucht habe, jedenfalls nicht wie ein GAST behandelt, sondern eher so, als wäre ich ein Reisender ins Tal der Aussätzigen.
Abgefangen am Bahnhof, in die Busse gepresst, aller Getränke beraubt, die ganze Zeit gefilmt, nach den Spielen zum Bahnhof zurück gekarrt, auf den Gleisen eingesperrt ohne die Möglichkeit, sich mit Reiseproviant zu versorgen – nein, Gäste behandelt man so nicht; das ist ein typisches Piefke-Provinzverhalten.
Ach, und die beiden Spiele, die ich in Paderborn gesehen habe, waren auch nicht gerade dazu angetan, Sympathien zu entwickeln. Das 1:2 in der Saison 09/10 (mit Saglik-Tor für Paderborn) ging noch so grad, abgesehen von der Tatsache, daß die Paragon-Arena eine überaus hässliche Sardinenbüchse ist.
Da hatte das alte Hermann-Löns-Stadion doch wenigstens noch seinen Charme (was immer Hermann Löns auch mit Ostwestfalen zu tun hatte), allerdings rangiert das 1:4 aus der Saison 07/08 zu den übelsten Niederlagen, die ich je gesehen habe. Das Spiel bedeutete das Ende der Karriere von Paddy Borger und beförderte Bene kurzfristig zum Stammkeeper für die letzten Saisonspiele. Die Herren Morena, Boll, Rothenbach und Bruns können sich vielleicht ebenfalls noch an jenen gruseligen Nachmittag erinnern. Auf Paderborner Seite befinden sich noch Lukas Kruse, Sören Brandy Markus Krösche und Sören Gonther im Kader der aktuellen Saison.
Auf und neben dem Platz befanden sich damals noch David Hoilett und Marc Gouiffe à Goufan auf Paderborner Seite; zwei Namen, die man auf dem Kiez auch noch kennt (und – ich weiß nicht, wie es anderen geht - im Falle des Ersteren auch noch vermisst!!!). Nein, damals war noch nicht André S. Trainer bei St. Pauli; David und Goofy hatte noch Stani verpflichtet, dessen Nachfolger Herr Schubert ja nun ist.
Das bringt, unabhängig von der Bedeutung, die dieses Spiel haben wird, natürlich etwas Pfeffer in die Partie, ebenso wie der Name Sören Gonther.
"Die Etatbesprechungen in den vergangenen Wochen deuteten zum jetzigen Zeitpunkt darauf hin, dass in der kommenden Saison weitere Einsparungen notwendig sind. Im Wissen um die schwierige Situation der laufenden Saison sehe ich jedoch kein weiteres Einsparpotenzial und bin demzufolge nicht davon überzeugt, mit den vorhandenen Möglichkeiten den Klassenerhalt zu sichern und die Planungen in dieser wichtigen Phase voranzutreiben. Ich hoffe jedoch, dass es Herrn Finke gelingt, einen Etat aufzustellen, der den Verbleib in der zweiten Fußball-Bundesliga ermöglicht"
Das waren die Worte von Herrn Schubert im letzten April, als er seine Trennung vom SC Paderborn bekannt gab. Nun könnte, wenn es doof läuft, Schuberts Nachfolger Schmidt mit jenem Kader, dem Schubert den Klassenerhalt nicht zutraute, den Aufstieg in die Bundesliga schaffen und Schubert mit jenem Kader, den er sich gewünscht hat, den Aufstieg in eben dieselbe verpassen. Überzeugt ist Schubert auf jeden Fall von den Spielern, die selbst noch unter ihm gekickt haben, denn einige arrivierte Kräfte wurden aus unserem Kader aussortiert, um vor allem in der Abwehr Platz zu schaffen für jetzige oder ehemalige Paderborner.
Roger Schmidt jedenfalls würde ich empfehlen, bei diesem Spiel Sören Gonther und Florian Mohr auf der Bank zu belassen, denn das könnte sonst einen ziemlichen Gewissenskonflikt für die beiden bedeuten, da ihr Wechsel ans Millerntor zur neuen Saison bereits feststeht.
Steckt viel St. Pauli in Paderborn und viel Paderborn in St. Pauli und damit einiges an Brisanz in der Partie...eines Saisonfinales würdig (wenn’s halt nicht Paderborn wäre), aber vielleicht ist das ja noch nicht das Finale...  //fuisligo


FCSTP
SC Paderborn
Florian Mohr
Ab 07.12
07.08 – 06.12
Sören Gonther
Ab 07.12
07.07 – 06.12
André Schubert
Seit 07.11
05.09 – 06.11 (Tr.)
Jan Moritz Lichte
Seit 07.11
07.09 – 06.11 (Tr.)
Mahir Saglik
Seit 07.11
07.02 – 06.03
01.04 – 06.04
08.09 – 06.10
Sebastian Schachten
Seit 07/11
07.04 – 06.05
07.09 – 06.10
Marc Gouiffe à Goufan
07.08 – 06.10
07.05 – 06.08
David Hoilett
07.08 – 06.09
11.07 – 06.08
Martin Driller
07.91 – 06.97
Bis 06.89

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