Montag, 27. April 2015

IRGENDWAS MIT PÖRPEL


würde sich bei einem bericht über den HEBC schon anbieten als titel bei so viel lila allerorten...man könnte auch ein lotto-king-karl zitat verwenden und das ganze "mitten inne stadt" nennen - nennt sich der club doch selbst "der verein zwischen den häusern". 
wobei mitten inne stadt ja barmbek sein soll und nicht eimsbusch, aber zwischen den häusern liegt das home of hebc wirklich. 
ich sag mal so...wenn man in einem der angrenzenden häuser wohnt, muß man den fußball schon wohl sehr lieben....oder das wochenende über die fenster schließen, denn wenn da gefühlt sieben oder acht heimspiele sind sonnabends und sonntags (herren, damen, jugend und senioren), ist man schon verdammt mittendrin und auch ziemlich dabei. 
wenn man sich morgens um zehn dem reinmüller nähert (leider vergessen zu fragen, wer das denn eigentlich war), hört man schon lautstarkes schlachtgerufe....oha, dachte ich, fix was los auf'm platz, hört sich nach voller hütte an.
volle hütte, das waren zu amateurligazeiten zwischen 57 und 60 zweimal 5.000 zuschauer, da war der reinmüller noch ein grandacker; seit 2013 in einen kunstrasen umgewandelt, was ja häufig dazu führt, daß traditionsreiche plätze in seelenlose käfige umgewandelt werden (siehe condor, siehe sasel, siehe snitgerreihe). 

ein eidelstedt-dejavu...wieder auf der falschen seite am platz angekommen, beim lila-weißen clubheim - der eingang ist auf der anderen seite beim lila-weißen kassenhäuschen.
noch ein eidelstedt deja-vu...kassenhäuschen noch nicht besetzt.
immerhin war die kaffeeklappe (nicht lila-weiß!!!) schon geöffnet...kaffee 1 oi aus der maschine, fairer preis...auf dem platz fanden derweil zwei spiele der pampers-regionalliga statt: hebc d1 und d2 gegen sparrieshoop und hasloh mit etwa 60 schreienden, pöbelnden und meckernden müttern und vätern auf den tribünen und 44 engagierten schreienden kindern auf dem feld...gab im endeffekt eine 2:7 klatsche gegen sparrieshoop, die das taktisch extrem klug spielten (will sagen, es stürzten sich nicht 10 kinder auf den ball, sondern nur 7, während drei sich jeweils frei gelaufen hatten)...stolz wie bolle konnte ein knirps (etwa 1 1/2 mal ballhöhe) einen sieg über hasloh verkünden konnte.
lauert dort etwa der kommende andré trulsen oder jörn großkopf, die ja beide mal für den hebc gespielt haben in der jugend.

leider gibt es dafür keine fotographischen beweise...weder der clubheimwirt noch der platzwart konnten da helfen...der platzwart wußte nicht mal was von trullers lila-weißer vergangenheit, was - wenn man sich sein büro anguckt, auch verständlich ist:
eine rot-weiße insel in einem lila-weißen meer...der mann ist offensichtlich fc bayern fan, womit er sich als exot outete ebenso wie jener nachbar, der trotzig eine vfb-oldenburg-fahne vom balkon wehen ließ, mitten in eimsbusch. 

nach der pampers-regionalliga konnte ich denn auch mein ticket erwerben (noch n eidelstedt-dejavu, auf der karte stand 4 ois, bezahlt laut plakat hab ich drei)...eine richtige schicke (lila-weiße) karte, endlich mal nix mit abrißrolle. 
und auch der grillmaster flesch öffnete seine gartenlaube...halbes belegtes brötchen in den geschmacksrichtungen käse oder salami für ein oi, schinkenwurst oder frikadelle für 2 oi.
frikadelle ist ja immer schon ein hinweis auf ein gutes catering...und bautzner senf stand da auch rum - noch n pluspunkt - was ich dem grillmaster erklären mußte, der mich fragend ansah, warum ich senftuben fotographierte.
bier gibt es in zwei variationen: "hier" oder "rand"...wer sein bier HIER wollte, bekam es in der knolle, wer es mit zum spielfeld nehmen wollte, bekam die RAND-variante, sprich, in einen plastikbecher umgeschenkt, weil glas und kunstrasen sich nicht mögen, wie ein schild belehrte...überhaupt lieben die hier schilder in eimsbusch...kein glas, keine hunde, keine pumps und wer als letzter aus der garage geht, macht bitte das tor zu und das licht aus. 
das riecht doch alles schon sehr nach landesliga, sehr professionell...der hebc steht ja seit zwei spieltagen als aufsteiger fest...für die u23 des ntsv als siebtem ging es auch um nichts, was nach einem sommerkick roch, weswegen sich auch nur knapp 50 zuschauer auf den rängen verloren...der altersdurchschnitt stieg nach den pampers spielen beträchtlich; grad mal so, daß ich nicht als "junger hüpfer" bezeichnet wurde.
in den alterschnitt paßte auch herr thorsten mundt, seines zeichens schiri für diese partie, der in auftreten, körperlicher präsenz (etwa meine statur, aber etwas athletischer), gestik und sprache extrem viel autorität ausstrahlte - leider aber wohl auch eine empfindliche seite hatte, von der noch zu reden sein wird. 
war ein munteres spielchen, technisch extrem ansprechend, viel spielfluß, kaum unterbrechungen, weil der schiri viel laufen ließ, aber auch wenig grund hatte zu pfeifen, weil es ein extrem faires, fast "körperloses" spiel war...so wie nba-basketball körperlos ist.  
die gastgeber waren optisch überlegen, ohne allerdings wirklich zu torchancen zu kommen, die niendorfer wollten offensichtlich nicht überrollt werden und agierten etwas defensiver zu anfang, wurden dann allerdings etwas frecher und setzten ein paar nadelstiche. 
was dem torwart überhaupt nicht paßte...die abwehr der lilanen war doch die zweitbeste im gesamten hamburger amateurfußball mit nur 14 gegentoren.
ORDNUNG-ORDNUNG, war allerorten das standartwort auf dem platz. 

und plötzlich...wie aus dem nichts...sprang A) mein standartbegleiter aus dem gebüsch, der zuvor noch den marathon mitgelaufen war - gerade rechtzeitig um den hebc-keeper zu fotographieren beim ballausdemnetzholen, denn B) stand es 0:1 nach einem feinen konter. 
damit ging dann die ordnung etwas verloren, denn herschenken wollten die lilanen das spiel nun auch nicht, was nach wiederanpfiff klar wurde. 
zwischendurch den halbzeitpausen-catering-test...frikadelle...sieht wegen der symetrischen form ein wenig nach packung aus, kommt aber eindeutig nicht vom feinkost-albrecht oder ähnlichem, sondern ist eher handgewickelt...ein klarer 3:1-sieg des fleischers gegen den bäcker...kommt an die waide nicht ganz ran geschmacklich, hat aber im unterschied zum sv V/W  keine zwiebeln am stück mit eingebraten, kann man also locker empfehlen. 
so...zweite halbzeit...nun ging es auf dem platz um die wurst, das spiel wurde hektischer und auch härter - der druck des klassenprimus' wurde größer. 
und herr mundt zeigte nun seine schwächen...erstens das extreme laufen-lassen und zweitens ein doch recht übersteigertes ego, das scheinbar nicht damit klarkommt, wenn man seine entscheidungen anzweifelt...so macht man ein bisher sehr schönes spiel kaputt und ansich sollte ein schiedsrichter eher ein salomon sein und kein david. 
ziemlich rüder rempler eines niendorfers im laufduell gegen einen lilanen...das phrasenschwein meldete sich und unkte: "in der bundesliga wird sowas gern mal als elfmeter gepfiffen" - herr mundt buchte das unter "internationale härte" und ließ weiterlaufen...was herr prange vom hebc anprangerte und sich darauf den gelben karton abholte wegen meckerns - knappe 30 sekunden später: ein niendorfer wird ähnlich, aber harmlos zu fall gebracht, als er einen angriff abblocken will - herr mundt greift zur pfeife und pfeift für niendorf, was herr prange nun gar nicht einsieht (ich mit verlaub auch nicht,
entweder gibts vorher elfer für den hebc oder der läßt das auch laufen) und wieder insistiert und dafür mit der gelb-roten karte bedacht wird. 

wie gesagt, so kann man ein spiel kaputt machen, wenn man sich als wichtigsten mann auf dem platz begreift...das zeigen der roten karte, so eine alberne theatralik, der hatte echt zu viele colina-videos gesehen...ich mein, das hier ist fußball, das sind keine dramen - jedenfalls keine von herrn shattlesbeer, wo es um schuld und sühne geht.
jetzt wurd es erst richtig hektisch, der nächste lilane bekam den karton wegen meckerns - niendorf war natürlich jetzt in überzahl etwas obenauf, verteidigte den vorsprung mit klauen und zähnen, armen und beinen, die eimsbuscher in unterzahl kämpften mit gleichen mitteln gegen die ungerechtigkeit an und wurden belohnt.
der, der zuvor keinen elfmeter zugesprochen bekommen hatte, rächte sich und traf zehn minuten vor schluß zum abersowasvon verdienten ausgleich, hätte sogar noch gewinnen können, aber da war herr mundt mit einem weiteren unglücklichen pfiff dagegen.
herrn aksoys gerechtigkeitsgefühl in allen ehren...ja du hast recht, du hattest auch vorher recht, aber wenn ich mir schon vorher ne gelbe wegen meckerns abgeholt habe, denn halte ich einfach mal die klappe bei dem schiedsrichter - tat er nicht und bekam auch die lizenz zum vorzeitigen duschen...zwei gelb-rote wegen viermal meckern.
das ist nicht sonderlich klug, wenn ich das mal anmerken darf...das sollte der coach der lilanen ansprechen nach dem spiel - hört sich jetzt fast schon nach fazit an.
ja, wird es auch, denn das spiel schleppte sich danach dem ende entgegen - zumal es zu schütten anfing, hoffte alles auf den abpfiff...wenigstens das kriegte herr mundt dann noch rechtschaffen hin, ließ den kick nicht noch über gebühr nachspielen.
es harrten schon die senioren von hansa 11 und dem hebc mit den schufen für ihre partie.
herr mundt wird, wenn es denn einen fußballgott gibt und ein schiri-beobachter anwesend gewesen war, den reinmüller wohl in der neuen saison nicht mehr betreten.
ich für meinen teil werd das wohl sicher nochmal tun, wenn mir nach fußball sonntags morgens um 11 ist...mal gucken, was die teutonen aus der kreuzkirche machen, wenn da der kunstrasen in der sommerpause kommt - der reinmüller ist ein guter beweis dafür, wie man auf diesem niveau einen spagat zwischen tradition und moderne hinbekommt.
da wir uns der sommerpause nähern, geht der catering-pokal natürlich eindeutig an teutonia mit biancas currysauce, die eimsbuscher fleischklopse landen weit abgeschlagen - aber dennoch auf platz zwei, was natürlich auch daran liegt, daß der grillmaster bei weitem nicht mit biancas rustikalem charme mithalten konnte.
aber - the race is on...ich komm bestimmt nochmal wieder nächste saison...und vielleicht find ich denn auch jemanden, der mir sagen kann, wer denn eigentlich der reinmüller war.





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